Lebensgefährlicher Einsatz: Hier fliehen Feuerwehrleute vor Flammeninferno(01:02)

Buschbrände in AustralienHier müssen Feuerwehrleute aus dem Flammeninferno flüchten

Im australischen Küstenort Mallacoota suchen zahllose Touristen und Bewohner Schutz vor Buschfeuern, die die Stadt umzingeln. Rund 4000 Menschen sind eingeschlossen.
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Seit Monaten wüten Brände an Australiens Ostküste.
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Feuer haben eine Fläche der Grösse Belgiens zerstört.
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Vielerorts trübt nur noch blutroter Rauch.
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Jetzt haben die Flammen auch den Küstenort Mallacoota erreicht - Menschen dort sind von Feuer umzingelt.
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In Mallacoota sind 4000 Menschen von den Flammen umzingelt.
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In Mallacoota sind nur noch Silhouetten zu erkennen.
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Menschen suchen Berichten zufolge Zuflucht nahe Wasser.
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Viele Menschen, insbesondere Kinder, leiden an Atemnot.
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Apokalyptische Bilder aus Mallacoota.
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Zurück bleiben immense Verwüstungen und Zerstörungen.

Australien brennt! Das Flammeninferno wird immer dramatischer. Riesige Flächen sind bereits abgebrannt, doch Winde und Gluthitze fachen das Feuer weiter an. Mindestens 12 Menschen sind bereits ums Leben gekommen.

In Mallacoota, 500 Kilometer östlich von Melbourne, sind 4000 Touristen von den Flammen umzingelt. Sie flüchteten an den Strand, um vor der Glut in Sicherheit zu sein. Selbst bis dorthin trug der Wind die Aschefetzen und Glutspäne der ringsum lodernden Feuer. Der Himmel über Mallacoota sei «pechschwarz, und es ist sehr beängstigend», sagte Andrew Crisp vom Zivilschutz Victoria.

Robert Phillips, Miteigentümer eines lokalen Supermarktes, sagte der Nachrichtenagentur «Reuters» am Dienstag, er beherberge etwa 45 Menschen in seinem Laden, während andere zum Hafen der Stadt geflohen seien. «Überall gibt es Brände - überall weht Glut in den Strassen», sagte Phillips per Telefon. «Es gibt hier viele Kinder, die nicht richtig atmen können.» Die Stadt sei von der Aussenwelt abgeschnitten.

Auf Social-Media-Beiträgen von noch in der Stadt eingeschlossen Menschen sieht man blutroten, mit Rauch verhangenen Himmel und Touristen, die Schulter an Schulter am Strand liegen, einige tragen Atemschutzmasken.

Gasflaschen explodieren

Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde des Bundesstaates Victoria, Andrew Crisp, sagte, rund 4000 Menschen würden am Strand vor den Flammen Schutz suchen. Unter ihnen ist Bewohner Mark Tregellas, ein pensionierter Polizist, der seine wertvollsten Besitztümer in sein Wohnmobil verpackt hatte, um sich beim überfüllten Bootsrampenparkplatz in Sicherheit zu bringen.

Tregellas sagte, das Ausmass der Bedrohung sei unfassbar, die Evakuierungsmassnahmen beispiellos. Er habe etwa ein Dutzend Gasflaschen den ganzen Morgen über explodieren gehört. In Australien wird Gas aus an den Aussenwänden von Häusern montierte Flaschen zum Kochen und zur Warmwasserbereitung genutzt. «Das ist katastrophal», sagte er am Telefon zu «Reuters».

Riesige Brände – und keine Besserung in Sicht

Die Buschbrände im Südosten Australiens nehmen immer dramatischere Ausmasse an und haben inzwischen mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Ein Vater und sein Sohn wurden am Dienstag nach Behördenangaben unweit der Küste des Bundesstaats New South Wales tot aufgefunden: Sie hatten demnach versucht, ihr Haus in dem Ort Cobargo vor der Feuersbrunst zu schützen. Ein Feuerwehrmann war am Montag in einem Feuer-Tornado im Bundesstaat New South Wales gestorben. Weitere fünf Menschen galten nach wie vor als vermisst.

Schon seit Oktober wüten die Buschbrände in Australien, doch so extrem wie jetzt schien die Lage noch nicht. Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Grösse Belgiens abgebrannt, fast 1000 Häuser wurden zerstört. Und ein Ende des Infernos ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Für Dienstag wurden weitere Temperatursteigerungen bis weit über 40 Grad hinaus und Unwetter mit starken Windböen erwartet, die die Brände weiter anfachen könnten. (kes/SDA)