Wir hüpften herum im Gangnam-Style. Unsere Kids folgen K-Pop-Bands auf Youtube und Instagram. Und sogar Koreas Nationalgericht Kimchi hat es auf unsere Speisekarten geschafft. Jetzt will Hyundais Edelmarke Genesis ab Ende 2019 auch in Europa durchstarten. Erstes Modell: der 2017 lancierte Mittelklässler G70. Mit ihm und dem Nobel-Dickschiff G90 rechnet sich Genesis auch in Europa Chancen aus. «Die Zeit ist reif für Luxus aus Korea», sagt CEO Manfred Fitzgerald.

Von Lamborghini zu Genesis

Wohin es gehen soll, zeigt der G70 vor allem im Profil und am Heck – da steckt mehr als nur ein bisschen vom Design des BMW 3ers drin. «Das Auto war quasi fertig, als ich bei Genesis anfing», sagt Designer Luc Donckerwolke. Die nächsten Modelle werden dann aber seine Handschrift tragen. Donckerwolke und Fitzgerald brachten anfangs der 2000er-Jahre schon Lamborghini auf Kurs.

Schärfer als der Stinger

Das Interieur ist hübsch gemacht und klasse verarbeitet, auch wenn man nach Hyundai-Teilen nicht lange suchen muss. Die Technik teilt sich der G70 mit Kias Topmodell Stinger, steht aber ganz unten im Genesis-Programm – sportliches Basismodell, noch schärfer als der Kia.

Erfolg ist fraglich

Zwei Turbobenziner gibts, einen Zweiliter mit 252 und einen 3,3-Liter-V6 mit 370 PS, wahlweise mit Allrad. Letzterer wedelt flott und flink durchs Kurvengewirr des Highway No. 1 bei Big Sur. Logisch: Entwickler Albert Biermann war vorher bei der BMW-Tochter M GmbH. In Europa öffnet der allererste Genesis-Schauraum überhaupt Ende 2019 – und das in Zürich!

Aber: Brauchen wir wirklich mehr Nobelautos aus Fernost? Toyotas Marke Lexus kommt kaum in Schwung, Nissans Infiniti fährt hinterher, und Honda hat es mit Acura erst gar nicht versucht. Fitzgerald ist dennoch zuversichtlich: «Wir wollen mit Kundenservice überzeugen.»