Macht es Sinn, beim Warten an der Ampel den Motor abzustellen? Lohnt sich kurzzeitiges Abstellen überhaupt, oder erhöht ständiges An- und Abstellen vor allem den Verschleiss der Mechanik?
Bernhard Kunz, Luzern

Ein Motor, der nicht in Betrieb ist, verbrennt keinen Sprit und belastet die Umwelt nicht. Selbst kurze Motor-Standzeiten helfen, Sprit zu sparen. Gemäss TCS-Messungen lohnt sich der Motorstopp beispielsweise bei einem Mercedes A 200 schon ab einer Wartezeit von knapp einer Sekunde – und bei einem Opel Mokka 1.4 ab knapp zehn Sekunden. Mit einer Stopp-Start-Automatik, wie sie in modernen Autos zum Einsatz kommt, beläuft sich das Sprit-Sparpotenzial so innerorts auf etwa zehn Prozent.

Teils kontraproduktiv

In den meisten Fällen lohnt es sich also, den Motor vor einer Ampel abzustellen. In der Praxis spielen aber auch der Lenker und die Verkehrsführung eine wichtige Rolle: So hilfts der Umwelt kaum, wenn bei «Grün» wegen Startschwierigkeiten des vordersten Autos weniger Fahrzeuge über die Kreuzung kommen. Zudem gibts Situationen, in denen aus technischer Sicht ein sofortiges Motorabstellen kontraproduktiv ist – etwa während der Warmlaufphase, wenn der Motor die Betriebstemperatur noch nicht erreicht hat. Dann lassen übrigens auch moderne Stopp-Start-Systeme die Motoren so lange wie eben erforderlich weiterlaufen.
Zum Verschleiss: Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass sich heutzutage die Pannenanfälligkeit durch ständiges An- und Abstellen des Motors nicht mehr erhöht.