Wassermelone schmeckt nach Sommer. Die Gastarbeiter der 1950er-Jahre brachten Wassermelonen in unsere Auslagen, anfangs waren sie in italienischen Früchte- und Gemüsegeschäften zu finden. Viele Nordländer betrachteten die riesigen Früchte erst etwas erschreckt, sie wunderten sich darüber, dass diese bereits halbiert oder gevierteilt in die Auslagen kamen – und dass ihnen der Blick auf das Fruchtfleisch mit den eingesprenkelten Kernen trotzdem das Wasser im Mund zusammenlaufen liess. Wie das wohl schmeckte? Lange warteten sie mit dem ersten Bissen zu.

Dann aber schmolzen die Vorbehalte gegen Wassermelonen zusehends in der Sommersonne. Erst überzeugte sie als kühler Schnitz, dann als Granità – quasi als frostiges Wassereis –, schliesslich als cooler süss-saurer Salat zum gegrillten Fleisch. So trat die grüne Kugel aus dem Süden ihren Weg durch die europäischen Küchen des Nordens an. Und dann durch die Edelküchen der Welt.

Genau besehen hatte sie aber schon einen viel längeren Weg hinter sich. Mitte des 19. Jahrhunderts reiste ein Brite namens David Livingston in die südafrikanische Kalahari-Wüste und entdeckte dort Täler voller wilder, rankenden Riesenmelonen: die Urmütter aller Wassermelonen. Damit wurde die Sicht der Botaniker korrigiert, die zuvor deren Ursprung rund ums Mittelmeers vermutet hatten.

Drei Fakten über Wassermelone

  1. 96% Wasseranteil hat eine Melone: Damit ist die Wassermelone ein willkommener Durstlöscher an heissen Sommertagen. Zudem ist die grüne Kugel eine echte Vitaminbombe und kalorienarm, weshalb man bedenkenlos zuschlagen kann – gekühlt schmeckt sie übrigens am besten.
  2. 32 000 t wurden 2017 importiert: Der grösste Hersteller ist mit Abstand China, gefolgt von der Türkei und dem Iran. In unseren Läden sind Wassermelonen aktuell aus Italien und Spanien zu kaufen. Einheimische Wassermelonen sind hingegen Exoten, denn nur wenige Landwirte bauen die rote Frucht an.
  3. 3,81 kg essen Schweizer jährlich pro Kopf: Mit diesem Gewicht erreichte die Wassermelone 2017 Rang 5 in der Gemüse-Hitparade. Richtig: Die Wassermelone gehört zu den Kürbisgewächsen und ist somit ein Gemüse. Aufgrund ihres süssen Geschmacks wird sie in unserer Region aber als Frucht verspeist.

Wie erkennt man ob Wassermelonen reif sind?

Den Reifegrad von Wassermelonen erkennt man per Klopftest. Reife Früchte klingen satt und dumpf. Unreife geben einen metallischen, kalten oder womöglich gar keinen Sound von sich. Einen weiteren Hinweis gibt die Farbe der Schale. Ist die Stelle, an der die Melone auf dem Ackerboden lag, gelblich, ist sie reif und hat ein intensives Aroma, da sie bis zur vollen Reife auf dem Feld gelegen hat. Ist der Fleck schon stark gelb, dann ist sie wohl überreif. Auch der Gewichtstest gibt Aufschluss: Reife Wassermelonen sind schwerer als gleich grosse unreife.

Die Schale sollte beim Drücken leicht nachgeben, darf aber keinesfalls viele weiche Stellen haben. Eine Wassermelone ist schlecht, wenn der Ansatz des Stiels dunkel oder schwarz verfärbt oder feucht ist. Er ist idealerweise noch etwas grün. Melonen reifen zwar bei Zimmertemperatur nach, aber schmecken dann nie so wie auf dem Feld gereift. Unreife Wassermelonen wirken bei manchen Menschen abführend.