Der Hitzesommer 2018 beschert nicht nur den Badis hohe Besucherzahlen und den Eisdielen volle Kassen, er erfreut auch die Winzer. «Folgt auf die trockenen und heissen Sommermonate auch noch ein milder Frühherbst, könnte sich ein sehr vielversprechender Jahrgang entwickeln», sagt Michael Gölles, Leiter Forschungsgruppe Weinbau von Agroscope in Wädenswil.

«Die Weinbranche hat aus dem Hitzesommer 2003 gelernt», ist sich Gölles sicher. «Heute ist man auf heisse und trockene Perioden besser vorbereitet. Man weiss, wie auf die Folgen der Extrembedingungen reagiert werden muss.»

Pilzkrankheiten dieses Jahr kein Problem

Ein moderater Wasserstress während der Sommermonate erhöht die Qualität der Trauben sogar. Wärmere Temperaturen während der Vegetationsperiode zwischen April und September führen zu höheren Zuckerkonzentrationen und zur Bildung von Aromastoffen in den Trauben. Was alkoholstärkere und intensivere Weine hervorbringt. Durch die anhaltende Trockenheit treten Pilzkrankheiten, die hiesige Weinbauern normalerweise vor Probleme stellen, in diesem Jahr in den Hintergrund.

: Der Hitzesommer war erst der Anfang!

Hoffentlich bleibt der Herbst trocken

Ein heisser Sommer ist für die Weinqualität also durchaus positiv, vor allem bei spätreifenden Sorten. Um aber tatsächlich von einem herausragenden oder gar einem Jahrhundertjahrgang sprechen zu können, sollten sich die Temperaturwerte und Niederschlagsmengen jedoch bald normalisieren. Vor allem aber darf der Herbst dann nicht zu nass werden. Durch starke Regenfälle während der Beerenreife und unmittelbar vor der Lese kann ein aussergewöhnliches schnell wieder zu einem durchschnittlichen Weinjahr werden – weil dann unverhofft Fäulnis auftreten kann.

Bleibt also nur noch zu hoffen, dass Petrus den guten Tropfen nicht vertropft.