Guillermo Arias

Internationale Wissenschaftler haben in einer Stellungnahme die Bedeutung des Lüftens im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben.

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken, sei viel höher beim Einatmen des Virus auf kurze Distanz als durch den Kontakt mit verunreinigten Oberflächen oder einen Kontakt auf grosse Distanz, schrieben internationale Experten in einem Kommentar, der am Donnerstag im medizinischen Fachblatt «BMJ» veröffentlicht wurde.

Ohne Lüftung sei Infektionsrisiko viel grösser

Dennoch finde die Rolle der Corona-Übertragung durch Aerosole, also kleinste Partikel in der Luft, «in manchen Leitlinien zur Infektionseindämmung nur eine oberflächliche Erwähnung», kritisierten die Experten, zu denen Julian Tang von der britischen University of Leicester und Linsey Marr von der US-Hochschule Virginia Tech gehören. Es müsse jedoch klar sein, dass das Infektionsrisiko viel grösser sei «in einem Raum mit einem Fenster, das nicht geöffnet werden kann, oder ohne jegliches Belüftungssystem».

Es besteht jedoch mangelnde Klarheit bei der Definition der Covid-19-Übertragungswege

Teil des Problems sei mangelnde Klarheit bei der Definition der Covid-19-Übertragungswege, kritisierten die Studienautoren und formulierten folgende Orientierungshilfe: «Im Wesentlich ist es so, dass wenn man Partikel - unabhängig von ihrer Grösse oder ihrem Namen - einatmen kann, man Aerosole einatmet.» Diese Aerosole, die Coronaviren enthalten können, seien «viel konzentrierter auf kurze Distanz».

Masken, Abstand und Kontaktbeschränkungen reichen bei der Eindämmung der Corona-Pandemie nicht aus

Die Autoren des Kommentars führten aus, das Tragen von Masken, Abstandhalten und Kontaktbeschränkungen in Innenräumen seien zwar hilfreich bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Es sei aber nötig, zusätzlich mehr auf die Belüftung von Innenräumen zu achten, «weil die winzigsten in der Luft hängenden Partikel stundenlang in der Luft bleiben können, und das stellt einen bedeutenden Übertragungsweg dar».

Vitamine, Seife oder Schutzmaske: Was schütz besser gegen Corona?

Ein Strategiepapier von Medizinern und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Vitamine und Zink zum Schutz gegen Corona. Experten der Taskforce des Bundes warnen vor dieser Empfehlung.

Ein Strategiepapier von Medizinern und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Vitamine und Zink zum Schutz gegen Corona. Experten der Taskforce des Bundes warnen vor dieser Empfehlung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im März einen Leitfaden veröffentlicht, in dem sie zum Lüften zur Eindämmung der Corona-Pandemie aufrief. Die Deutsche Gesellschaft für Aerosolforschung hatte am Wochenende in einem offenen Brief an Bund und Länder eine irreführende Schwerpunktsetzung in der Kommunikation über Massnahmen zur Corona-Eindämmung bemängelt. Erfolgreiche Strategien müssten primär in geschlossenen Räumen wie Wohnungen, Büros, Schulklassen und Wohnanlagen ansetzen, erklärten sie.

So lüftet man seine Wohnung richtig

Luft von draussen tut Wohnräumen gut und beugt Schimmelbildung vor. Aber auch für uns Menschen ist frische Luft zu Hause wichtig, in stickigen Räumen wird man zum Beispiel schneller müde. Zu jeder Jahreszeit sollte mehrmals am Tag gelüftet werden.

Luft von draussen tut Wohnräumen gut und beugt Schimmelbildung vor. Aber auch für uns Menschen ist frische Luft zu Hause wichtig, in stickigen Räumen wird man zum Beispiel schneller müde. Zu jeder Jahreszeit sollte mehrmals am Tag gelüftet werden.

Corona-Fälle in der Schweiz

Wie viele Corona-Neuinfektionen gibt es in der Schweiz? Die täglichen Fallzahlen des BAG gibt es laufend im Statistik-Ticker auf BLICK.

Wie viele Corona-Neuinfektionen gibt es in der Schweiz? Die täglichen Fallzahlen des BAG gibt es laufend im Statistik-Ticker auf BLICK.

(AFP)