Der Jetlag tritt auf, wenn mehrere Zeitzonen überflogen werden. Bei Flügen also, die nach Osten oder Westen gehen. Neben dem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus können dabei auch andere Körperfunktionen aus dem Takt gebracht werden.

Das Zurücklegen grosser Distanzen kann zur Folge haben, dass man in wenigen Stunden an einen Ort gelangt, an dem eine völlig andere Tageszeit herrscht. Vielleicht ist beim Abflugsort bereits Mitternacht, während dem Passagier am Ankunftsort noch die Mittagssonne auf die Haut scheint.

Die Folgen sind Schlafstörungen, Müdigkeit den Tag durch, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit Appetitlosigkeit und Verdauungsprobleme.

Was passiert im Körper?

Viele Prozesse im Körper verlaufen nach einem natürlichen Rhythmus und haben dabei eine Zykluslänge von einem Tag. Solche von der Tageszeit abhängige Vorgänge sind unter Anderem Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur und die Ausschüttung verschiedener Hormone.

Ein Faktor der unsere innere Uhr stark beeinflusst, ist das auf die Netzhaut fallende Sonnenlicht. Wenn es beispielsweise dunkel wird und wir somit weniger Licht wahrnehmen, schüttet der Körper Melatonin aus – das sogenannte «Schlafhormon» macht Müde, bremst die Aktivität und bereitet uns auf das Zubettgehen vor.

Genau wie das Melatonin sind viele Abläufe im Körper von der Tageszeit abhängig und exakt aufeinander abgestimmt. Stimmen die innere Uhr und der äussere Tagesrhythmus nicht nicht mehr überein, geraten die fein justierten Abläufe durcheinander und wir haben einen Jetlag.

Was kann man tun?

Eine Wundertablette gegen den Jetlag existiert nicht. Der Körper muss sich nun Mal einige Tage an die neuen Umstände gewöhnen. Mit ein paar Verhaltensweisen kann man sich jedoch auf die bevorstehende Umstellung vorbereiten oder sie zumindest besser verarbeiten.

Man kann versuchen, den Körper schon im Vorfeld der Reise etwas an den neuen Rhythmus zu gewöhnen indem man seine Zubett- und Aufstehzeiten anpasst. So lässt sich der Schlaf-Wach-Rhythmus ein bisschen in die richtige Richtung verschieben.

Bei der Ankunft im Zielland sollte man unbedingt versuchen, sich an die Zeit anzupassen. Auch wenn es hart ist bis am Abend durch zu halten und wach zu bleiben.

Tagsüber sollte man sich so oft wie möglich im Freien aufhalten – das Sonnenlicht hemmt die Melatoninproduktion und der Körper kann sich besser auf die neue Situation einstellen.

Auch das Essen sollte an die neuen Zeiten angepasst werden. Besonders grössere Portionen sollten zu den gewöhnlichen Zeiten zu sich genommen werden.

In der ersten Tagen sollte man es zudem ruhig angehen lassen und sich nicht zu viel zumuten.

Können Medikamente helfen?

Es existieren tatsächlich Melatoninpräparate. Deren Wirksamkeit ist allerdings umstritten. Lange Zeit galt das Hormon als grosser Hoffnungsträger gegen das Jetlag-Syndrom und wurde dementsprechend intensiv untersucht. Mit widersprüchlichen Ergebnissen. Während einige Studien zum Schluss kamen, dass die Einnahme vor dem Schlafen die Anpassungszeit verkürzt, erwies es sich in andere Studien als unwirksam.

Dann gibt es natürlich noch die gewöhnlichen Schlafmittel. Diese sollten aber nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden, weil sie oft über ein Abhängigkeitspotenzial verfügen.

Als Einschlafhilfe können auch Hausmittel wie Lavendelöl oder Orangenblütentee helfen.