Nun hat die ehemalige Bahnradfahrerin auf einer Pressekonferenz von der schweren Zeit nach ihrem Unfall erzählt: «Vor allem die ersten Wochen in diesem Krankenhaus waren die härtesten in meinem Leben. Also ich muss wirklich sagen, ich habe mit Abstand noch nie so harte Kämpfe kämpfen müssen wie ich die hier gemacht habe. Ein Kampf ums Leben ist ja das falsche Wort, aber so Schmerzkämpfe als Schmerz gegen's Laktat ist was anderes. Es sind aber Kämpfe mit anderen Motivationen einfach, da kämpft man um eine Goldmedaille, um sein Ziel zu verwirklichen, wofür man Monate gekämpft hat und sich jahrelang aufgearbeitet hat und trainiert hat und nun hiess es, der Kampf zurück ins Leben.»

Viele sind beeindruckt, wie schnell sie sich wieder zurückgekämpft hat. Am 26. Juni war Vogel nach einem Zusammenstoss bei einer Trainingseinheit schwer gestürzt. Vogel erzählt, wie sie von ihrem Schicksal erfuhr: «Als dann meine Schuhe wegwanderten und ich nicht mitbekommen habe, dass die überhaupt ausgezogen wurden, wusste ich, das mit dem Fussgänger, das wars für jetzt. Klingt vielleicht erschreckend, aber dadurch, dass ich das ganz schnell realisiert habe, dass ich nicht mehr laufen kann und nicht mehr laufen werde, hat mir das glaube ich geholfen. Also das Aufwachen vom Koma und die Diagnose waren für mich nur, ok, es ist wirklich so.»

Vogel ist mit elf Weltmeistertiteln neben der Australierin Anna Maeres die bis dato erfolgreichste Bahnradsportlerin. Für die Reha-Zeit hat Vogel einen Plan: «Ich pass mich langsam wieder an, also ich vergleich mich gerne wie ein kleines Baby, was jetzt nach und nach erst mal lernen muss, an alles zurückzukommen. Wie man sich hinsetzt, wie man sich fortbewegt, wie man sich dreht und wendet.»

Vogels Leben hat sich für immer verändert – ihren Kampfgeist hat sie aber anscheinend nicht verloren: «Meine Mama sagt immer, Gott gibt einem so viele Aufgaben, wie man bewältigen kann. Ich bin zwar nicht religiös, aber scheinbar ist das meine Aufgabe im Leben jetzt und ich bin jetzt bereit diese anzunehmen und das Beste draus zu machen.»