Nach dem gewaltsamen Tod zweier Deutscher nimmt in Deutschland der Fremdenhass wieder zu. Nach Chemnitz kam es ab Montagabend auch in Sachsen-Anhalt zu Protestmärschen. In Köthen gingen rund 550, in Halle 450 Personen auf die Strasse.

In Halle bespuckten Protestierende Polizisten, es kam zu Handgreiflichkeiten. Aus der Menge heraus waren «Sieg Heil»-Rufe zu hören, mehrfach wurde auch der Hitler-Gruss gezeigt. Die Polizei leitete zehn Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Verwendens von verfassungswidrigen Symbolen.

Schnelle und massive Mobilisierung durch Rechtspopulisten

Für Experten stellt diese Schnelligkeit und Massivität der Mobilisierung von Rechtspopulisten, Rechtsextremen, Hooligans und «normalen» Bürgern eine neue Qualität dar. 2017 war die Zahl der Neonazi-Aufmärsche stark rückläufig.

Die Proteste erhielten Auftrieb, nachdem in Chemnitz Ende August ein Deutscher erstochen worden und in Köthen in der Nacht auf Sonntag ein Deutscher gestorben war, als er einen Streit schlichten wollte. Bei beiden Todesfällen sind Flüchtlinge involviert. (gf)