Barack Obama (57) ist zurück! Zurück auf der politischen Bühne. Nach eineinhalb ruhigen Jahren um den ehemaligen Präsidenten hat er sich am Freitag in die US-Politik eingeschaltet – und deutlich Worte gefunden. In einer Rede an der University of Illinois in der US-Stadt Urbana ging der US-Präsident von 2008 bis 2016 seinen Nachfolger teils direkt, teils indirekt, scharf an.

Obama beschuldigte Trump und seine republikanischen Anhänger, eine «Politik der Angst und des Grolls» zu betreiben, weisse Rassisten zu ermutigen und Strafverfolgungsbehörden zu politisieren. «Nichts davon ist konservativ», sagte er. Damit will Obama auch die gemässigten Konservativen ansprechen, die von Trumps Stil genervt sind.

Der Ex-Präsident gab zu bedenken, dass Abraham Lincoln, Mitbegründer der Republikanischen Partei, nicht die Werte und Taten der aktuellen republikanischen Regierung unterstützen würde. Die aktuelle US-Politik sei «wirklich nicht normal», so Obama. «Sie ist gar radikal!»

Obama stichelt wegen Enthüllungsbuch

Bei seiner Rede vor rund 1300 Studenten liess es sich Obama auch nicht nehmen, auf die Schlagzeilen der vergangenen Tage hinzuweisen. Diese Ereignisse würden zeigen, dass das Land vom Kurs abgekommen sei», so der Ex-Präsident.

Zur Erinnerung: Am Dienstag erschütterte «Watergate»-Journalist Bob Woodward mit seinem Enthüllungsbuch «Fear» Washington. Einen Tag später liess die «New York Times» mit einem Gastbeitrag eines ranghohen Mitarbeiters die nächste Bombe platzen. Das Essay mit dem Titel «Ich bin Teil des Widerstands innerhalb der Trump-Regierung» hat das chaotische Innenleben im Weissen Haus schonungslos aufgedeckt (BLICK berichtete).

Barack Obama (57) ist zurück auf der politischen Bühne.  
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Mit einer Rede an der University of Illinois in der US-Stadt Urbana griff er am Freitag in den Wahlkampf für die US-Halbzeitwahlen ein. 
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Obama griff seinen Nachfolger, US-Präsident Donald Trump (72), scharf an. 
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Er bezeichnete die aktuelle US-Politik als «radikal» und «nicht normal». 
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Obama beschuldigte Trump und seine republikanischen Anhänger, eine «Politik der Angst und des Grolls» zu betreiben, weisse Rassisten zu ermutigen und Strafverfolgungsbehörden zu politisieren.  
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Die Rede von Obama am Freitag war erst der Anfang. Er wird als Aushängeschild des demokratischen Wahlkampfs für die «midterms» durch das Land touren. 
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Donald Trump hat auf die Rede seines Vorgängers bereits reagiert. In einem Gespräch mit Anhängern in der US-Stadt Fargo scherzte er. «Es tut mir leid, ich habe seinen Auftritt gesehen, aber ich bin eingeschlafen.» 
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Trump zu Obamas Rede: «Ich bin eingeschlafen»

Zum Schluss rief Obama seine Zuhörer auf, an den kommenden Halbzeitwahlen ihre Stimme abzugeben. Mit Blick auf die zweijährige Amtszeit Trumps sagte er: «Wenn Ihr denkt, dass Wahlen keine Rolle spielen, dann hoffe ich, dass die vergangenen zwei Jahre diesen Eindruck korrigiert haben.» Obama fügte hinzu: «Ihr müsst mehr machen, als einen Hashtag zu retweeten. Ihr müsst wählen.»

Donald Trump hat auf die Rede seines Vorgängers bereits reagiert. In einem Gespräch mit Anhängern in der US-Stadt Fargo scherzte er. «Es tut mir leid, ich habe seinen Auftritt gesehen, aber ich bin eingeschlafen.»

Aushängeschild des demokratischen Wahlkampfs

Die Rede von Obama am Freitag war erst der Anfang. Er wird als Aushängeschild des demokratischen Wahlkampfs für die «midterms» durch das Land touren. Denn bereits in knapp zwei Monaten finden die wegweisenden Halbzeitwahlen statt. Dann geht es für die arg gebeutelten Demokraten darum, zumindest in einer der beiden Kammern wieder eine Mehrheit zu erlangen. Nur so können sie Donald Trumps Beschlüsse in den folgenden zwei Jahren ernsthaft bekämpfen. Obama soll nun den Funken auf die Wähler überspringen lassen.