Mit einer unglaublichen Zerstörungskraft machte die Todes-Bombe «Little Boy» die Japanische Stadt Hiroshima dem Erdboden gleich. 80'000 Menschen wurden sofort getötet, über 100'000 starben an den Folgen des Angriffs.

Rund zwei Monate später besuchte der japanische Fotograf Shigeo Hayashi († 2002) die Stadt Hiroshima: «Am 1. Oktober 1945 stand ich am Hypozentrum der Hiroshima-Atombombe. In diesem Augenblick hatte ich grosse Schwierigkeit, zu begreifen, was dieser Stadt passiert ist mit der Explosion einer einzigen Bombe. Nichts in meiner Erfahrung als ehemaliger Armee-Ingenieur hat mich vorbereitet, eine zerstörerische Kraft in dieser Grössenordnung zu begreifen»

Hayashi fotografierte im Auftrag einer japanischen Untersuchungsgruppe die Auswirkungen der Atombombe. Er musste physische Schäden dokumentieren. Hayashi: «Bevor wir nach Hiroshima fuhren, sagte man uns, wir werden durch die Strahlung geschädigt werden. Unsere Haare fallen aus und wir werden nie in der Lage sein, Kinder zu zeugen.»

Die Spätfolgen sind auch 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen immer noch sichtbar. Selbst nach so vielen Jahrzehnten sehe man die katastrophalen Gesundheitsfolgen der Nutzung von Nuklearwaffen bei diesen zwei Städten, sagte Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), am Donnerstag in Genf - genau 70 Jahre nach dem Abwurf der ersten US-amerikanischen Atombombe auf Japan. Maurer plädierte für die vollständige Abschaffung von Nuklearwaffen.

Heute gibt es laut IKRK noch fast 200'000 Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima am 6. August 1945 und drei Tage später auf Nagasaki. Tausende von ihnen müssten auch in den kommenden Jahren wegen strahlenbedingter Gesundheitsschäden behandelt werden. Auch jene Überlebenden, die körperlich gesund seien, litten heute noch unter den psychologischen Folgen der Bombardierungen.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte heute an die Weltbevölkerung, alles unternehmen, das sich so etwas nie mehr wiederholen kann. «No more Hiroshimas. No more Nagasakis», sagte Ban Ki Moon. (db/sda)