US-Präsident Donald Trump (70) hat sich angesichts einer Klage wegen sexueller Belästigung aus seiner Reality-TV-Zeit auf seine Immunität berufen.

Trumps Anwälte trugen am Dienstag in einer Eingabe beim Obersten Gericht New Yorks vor, sie würden formell die Abweisung der im Januar vorgebrachten Beschuldigungen von Summer Zervos (42) beantragen. Trump sei von der US-Verfassung gegen solche Klagen geschützt, solange er Präsident sei.

Gegen ihren Willen geküsst

Summer Zervos war eine Teilnehmerin von Donald Trumps Fernsehshow «The Apprentice». Sie beschuldigt ihn, sie 2007 mit sexuellen Absichten in einen Bungalow gelockt zu haben.

Dort habe sie ihn nur mit Mühe von sich fernhalten können, erklärte sie vergangenen Oktober. Er habe sie gegen ihren Willen auf den Mund geküsst. Trump hatte die Vorwürfe und ähnliche Schilderungen anderer Frauen als «Lügen» zurückgewiesen.

Ruf auf diese Weise wieder herstellen

Trump habe seine Machtposition ausgenutzt, um «Zervos und andere Frauen zu verunglimpfen» und ihnen «vorsätzlich zu schaden», sagte Zervos' Anwältin, Gloria Allred, Anfang des Jahres.

Zervos hatte Trump damals dazu aufgefordert, seine Behauptungen zurückzunehmen. Das habe er nicht getan und ihr damit keine andere Wahl gelassen, als ihren Ruf auf diese Weise - mit einer Klage - wieder herzustellen.

Mehrere Frauen waren im Oktober an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem ein Video von 2005 mit sexistischen Äusserungen Trumps veröffentlicht worden war. Der ehemalige Reality-TV-Star prahlt darin damit, dass er sich erlauben könne, Frauen ohne Umschweife zu küssen und ihnen zwischen die Beine zu fassen. Donald Trump entschuldigte sich für die Äusserungen, tat sie aber als «Umkleidekabinen-Gespräch» ab. (gru)