STEINHAUSEN ZG – Verwüstung, Schutt und Asche ist das Einzige, was nach dem Grossbrand in Steinhausen zurückbleibt. Jetzt ermittelt die Polizei.

«Gott sei Dank war kein Leib und Leben gefährdet», sagte Bernhard Alpstaeg am Tag nach dem verheerenden Feuer. Der Patron der Swisspor-Gruppe schaut voraus: Kommende Woche will er die Produktion vorübergehend an andere Standorte in der Schweiz verlagern. Dazu sei er als Arbeitgeber und auch gegenüber seiner Kundschaft verpflichtet. Entlassungen gebe es keine.

Alpstaeg will am Produktionsstandort Steinhausen festhalten: «Wenn wir die Abbruch- und Baubewilligungen erhalten, bauen wir die Anlage selbstverständlich so rasch wie möglich wieder auf», sagte er. Dass der Brand sich im Unternehmensergebnis niederschlagen werde, glaubte er nicht.

Die Polizei schätzte den Schaden auf 30 bis 40 Millionen Franken. Am Brandort nahmen Brandermittler, der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Zug und der wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich die Ermittlungen auf. Wie die Kantonspolizei Zug mitteilte, wurde die Statik des ausgebrannten Fabrikgebäudes stark beeinträchtigt. Wegen akuter Einsturzgefahr konnte das Gebäude stellenweise nicht betreten werden, wie Polizeisprecher Sandor Horvath sagte. Deshalb mussten Teile der Konstruktion erst abgetragen werden. Laut Horvath sind die Ermittlungen breit abgestützt: «Wir ziehen einen technischen Defekt ebenso in Betracht wie Brandstiftung oder fahrlässige Verursachung des Feuers.»

Der Brand auf dem Industrieareal der Firma swisspor AG war am Freitagabend ausgebrochen. Über 400 Feuerwehrleute standen im Einsatz und konnten das Feuer im Verlauf der Nacht unter Kontrolle bringen. «Grosse Gefahr ging von Propangas- und Butangas-Flaschen aus, die unkontrolliert auf dem ganzen Gelände explodierten», sagte Benny Elsener von der Zuger Feuerwehr in der «Tagesschau» vom Schweizer Fernsehen. Verletzt wurde niemand.

Heute Morgen konnte der Brand vollständig gelöscht werden. Wegen des grossen Wasserverbrauchs rief die Zuger Polizei die Bevölkerung auf, während der Pfingsttage sorgsam mit Wasser umzugehen. (AP)