Heute erfolgt im Beisein von Justizministerin Simonetta Sommaruga (58), Regierungsrat Mario Fehr (59) und der Züricher Stadtpräsidentin Corine Mauch (58) um 10 Uhr der Spatenstich fürs Bundesasylzentrum der Stadt Zürich auf dem Duttweilerareal.

Ab Herbst 2019 sollen hier die Asylgesuche der Region Zürich im beschleunigten Verfahren behandelt werden. 360 Unterbringungsplätze für Asylsuchende werden ab dann zur Verfügung stehen.

Am 24. September 2017 hatten sich die Stadtzürcher Stimmberechtigten klar für den Bau des Zentrums mit rund 70 Prozent Ja-Stimmen ausgesprochen.

60 Prozent der Gesuche sollen innert 140 Tagen entschieden sein

Das neue Bundesasylzentrum ist Teil der von Asylministerin Sommaruga durchgeführten Asylreform. Diese ist darauf ausgerichtet, die Asylverfahren deutlich schneller abzuwickeln. Etwa 60 Prozent der Asylgesuche sollen künftig innerhalb von 140 Tagen rechtskräftig entschieden und abgewiesene Asylsuchende direkt zurückgeführt werden.

Diese raschen Verfahren werden in den grossen Bundesasylzentren wie jenem auf dem Zürcher Duttweilerareal durchgeführt. Asylgesuche, die kompliziert sind und deren Erledigung weitere Abklärungen benötigen, werden wie bis anhin im sogenannten erweiterten Verfahren erledigt. Diese Asylsuchenden werden wie heute auf die Kantone verteilt.

Diese Verfahren – die etwa 40 Prozent aller Asylgesuche betreffen sollen – sollten dennoch innerhalb eines Jahres entschieden und bei einer allfälligen Ablehnung die Wegweisung vollzogen werden.

Kostenlose Rechtsberatung

Um sicherzustellen, dass auch bei den beschleunigten Verfahren die verfassungsmässigen Verfahrensgarantien gewahrt bleiben, wird der Rechtsschutz ausgebaut: Asylsuchende haben das Recht, sich durch eine Rechtsvertretung beraten zu lassen.

Auch an weiteren Standorten in der Schweiz entstehen grosse Bundesasylzentren, in denen die beschleunigten Verfahren durchgeführt werden. Geplant sind insgesamt 5000 Unterbringungsplätze in Bundesasylzentren. Diese sind unterteilt in:

Testphase war erfolgreich

Dieses neue Asylsystem hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) in einer Testphase geprüft. Dazu hat es am 6. Januar 2014 in Zürich ein neues Testzentrum eröffnet.

Die Evaluation der Testphase hat laut SEM gezeigt, dass die Asylverfahren durchschnittlich 39 Prozent schneller durchgeführt und abgeschlossen werden können. Die Beschleunigung der Verfahren wirke sich zudem positiv auf die Qualität der Entscheide aus.

Der verbesserte Rechtsschutz trage zu korrekten Verfahren bei und sorgt dafür, dass die Asylsuchenden ihren Entscheid besser nachvollziehen und akzeptieren können. Im Vergleich zum Regelbetrieb sind laut SEM in der Testphase ein Drittel weniger Beschwerden eingereicht worden.