Eine Frau greift im Supermarkt nach einer Flasche Milch und legt sie ins Einkaufskörbli neben eine Mango. Hinter ihr schleicht sich eine Gestalt an: Pfeil und Bogen, brauner Umhang, Stiefel und Jägerhut.

Heimlich tauscht sie die Mango gegen eine andere aus, auf der ein oranger Kleber mit der Aufschrift «FAIR» haftet. Dasselbe bei anderen Kunden: Reis, Guetsli, Schoggi und Salami – alle wurden heimlich fair!

Kämpfer für Arme

Die Szene stammt nicht etwa aus einem Märchen, sondern ist Teil des Abstimmungskampfes zu den beiden Ernährungsinitiativen. «Mach Robin Food überflüssig!», heisst es am Schluss.

«Die Figur ist an Robin Hood angelehnt. Er ist der Inbegriff eines Gerechtigkeitskämpfers für Arme», sagt Fabian Molina (28). Der SP-Nationalrat ist Präsident des Hilfswerks Swissaid Zürich, das hinter der Kampagne steckt.

Bevormundung der Käufer

Der Schuss könnte aber nach hinten losgehen: Die Gegner der Fair-Food- und der Ernährungssouveränitäts-Initiative kritisieren, die beiden Vorlagen würden die Konsumenten bevormunden und ihnen vorschreiben, was sie zu essen hätten.

Und genau das tut «Robin Food» im Video: Sie – politisch korrekt wird der Rächer der Armen von einer Frau gespielt – tauscht die Produkte hinter dem Rücken der Kunden aus.

«Es geht um die Armen im Süden»

Molina widerspricht: «Wir wollten eben genau dieses Argument auf ironische Weise aufnehmen», sagt er. Die Produkte würden dieselben bleiben – nur eben fair produziert. «Ganz nach dem Motto: Ein kleiner Schritt für dich, aber ein riesiger Schritt für die Welt», sagt Molina. Die Initiativen seien vor allem wichtig für die Menschen der Südhalbkugel. «Es geht um arme Leute, die heute nicht von ihrem Einkommen aus den Exporten leben können.»

auf einen Blick