Der Churer Weihbischof Marian Eleganti sorgte Ende August für Zoff unter den Bistümern. In einem TV-Interview äusserte er sich abfällig über Schwule. Seiner Meinung nach sei es klar, dass der viele Kindesmissbrauch in der Kirche im direkten Zusammenhang mit der Homosexualität stehe.

Die Bistümer St. Gallen und Basel distanzierten sich davon. Eleganti war das herzlich egal. Das zeigt auch seine gestern veröffentlichte Stellungnahme. Er sieht sich als Tabu-Brecher, der endlich mal sagt, was Sache ist. Und er fordert: Schwule sollen keine Priester werden dürfen!

Keine korrekte Beziehung aufbauen

Gibt es in Chur nun einen Test, der Priester-Kandidaten auf ihre Sexualität überprüft? Wie viele Homosexuelle wurden aus dem Priesterseminar ausgeschlossen? Das Bistum Chur gibt sich in diesen Fragen zugeknöpft. Man stehe hinter Eleganti, heisst es lapidar auf Anfrage von BLICK und verweist auf ein fast 100 Seiten langes Dokument von Papst Franziskus über die Aufnahme ins Priesterseminar.

Darin wird Schwulen nämlich untersagt, Priester zu werden. Den Grund erklärt der Pontifex auf Seite 89. Dort heisst es: «Die genannten Personen befinden sich nämlich in einer Situation, die sie in schwerwiegender Weise daran hindert, eine korrekte Beziehung zu Männern und Frauen aufzubauen.»

Immerhin: Sollte es sich nur um eine Phase handeln, besteht für Priester-Interessenten noch eine Chance. Sie sollte aber «wenigstens drei Jahre vor der Diakonieweihe überwunden sein».

Keine Diskriminierung in anderen Bistümern

Andere Bistümer gehen mit der päpstlichen Anordnung anders um. Zum Beispiel in St. Gallen. Hier werden alle Priester-Anwärter gleich behandelt. «Zu einer geeigneten Persönlichkeit gehört unter anderem auch, dass ein Anwärter einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Körperlichkeit und Sexualität hat. Das gilt für Homosexuelle genauso wie für Heterosexuelle», sagte Kanzler Claudius Luterbacher in der «SonntagsZeitung».

Konkreten Fragen zu Eleganti oder dem Bistum Chur weicht man aber aus. «Es steht uns nicht an, Fragen, die das Bistum Chur und die Person des Weihbischofs betreffen, zu beantworten», sagt Sabine Rüthemann vom Bistum St. Gallen zu BLICK.