Einst träumten die Planer an dieser Stelle des Gotthard-Basistunnels von einem unterirdischen Bahnhof. Über die Porta Alpina sollten Reisende mit einem 800 Meter langen Lift direkt ins Skigebiet von Sedrun gelangen sollten. Doch künftig halten hier die Züge nur im absoluten Notfall. Eine Wartehalle hat man zwar für alle Fälle gebaut in der Nothaltestelle Sedrun, doch sonst sind die Wände karg, die Gänge leer.

Falls ein Zug im Tunnel Feuer fängt, hält er nicht sofort an, sondern soll bis zur Nothaltestelle weiterfahren. Dort wird der Zug evakuiert. Über einen 1.5 Kilometer langen Fluchtstollen müssen die Passagiere die eine Röhre überqueren. In der gegenüberliegenden Nothaltestelle in der Nachbarsröhre warten sie auf einen Rettungszug. Gleichzeitig sollen Löschzüge den Brand im Reisezug löschen. Dieses Szenario spielte die SBB während vier grossen Rettungsübungen mit bis zu 800 Passagieren reibungslos durch.

Passagiere sollen sich selber retten

Der Gotthard-Basistunnel ist auf Selbstrettung ausgelegt. Passagiere müssen sich also gegenseitig helfen. In der grossen Anlage verirrt man sich nicht – auch dank automatischen Lautsprecherdurchsagen und Beschriftungen.

Um die Sicherheit im Gotthard-Basistunnel zu gewähren, hat die SBB verschiedene Massnahmen eingebaut: So sorgen auf den Zufahrtstrecken Kontrolleinrichtungen dafür, dass keine schadhaften Züge in den Tunnel einfahren. Mit richtungsgetrennten Röhren können Kollisionen vermieden werden. Wird in einem Zug der Alarm ausgelöst, wird er automatisch bis zu einer der zwei Nothaltestellen geführt. Im Vorfeld der Eröffnung hat die SBB insgesamt 700 Notfallszenarien im Gotthard-Basistunnel ausgemacht und davon 100 vertieft analysiert. (med)