Der Churer Weihbischof Marian Eleganti äusserte sich in einem TV-Interview abfällig über Homosexuelle. Seiner Meinung nach sei es klar, dass der viele Kindesmissbrauch in der Kirche im direkten Zusammenhang mit der Homosexualität stehe.

Er plädierte deswegen für eine neue Nüchternheit, «bevor wir einfach die Homosexualität als eine ebenso wertvolle Variante der Schöpfung anschauen wie die heterosexuelle Ehe».

Gestern distanzierte sich das Bistum St. Gallen von Eleganti. Jetzt folgte das Bistum Basel. Beide verurteilen die homophoben Aussagen. Eleganti würde die Würde der homosexuellen Menschen damit verletzen, schreiben die Bistümer.

Eleganti sieht sich im Recht

In Chur sehen das die Geistlichen wohl etwas anders. Dort stellt man sich hinter seinen Weihbischof. Eleganti durfte heute eine kurze Stellungnahme veröffentlichen. Darin rechtfertigt er seine homophoben Äusserungen. Egal ob in den USA oder in Chile, Honduras und Kolumbien, homosexuelle Würdenträger hätten für Skandale gesorgt.

Besonders im Fall des Missbrauchs-Skandals in den USA sei es klar belegt, dass die Täter zu 90 Prozent homosexuell seien. Das sei ein Fakt. Um seine Meinung zu untermauern, verlinkt Eleganti mehrere Artikel. Darunter ein Text mit dem Titel: «Homo-Netzwerk in US-Priesterseminaren.»

Heisst: Eleganti sieht sich im Recht. Das macht er am Ende seiner Rechtfertigung besonders deutlich. Wer das Problem der Homosexualität in der Kirche nicht wahrhaben wolle, der «ist meines Erachtens realitätsfern, ideologisch und interessensgeleitet». (jmh)