Auf los, gehts los. Jeden Olma-Tag geht es um 16 Uhr für zehn Säuli um die Wurst. Bejubelt von der Menge springen die Tiere über Hindernisse und versuchen ihre Konkurrenten auszustechen. Zur Vorbereitung beginnen die Schweinchen zwei Monate vor der Messe mit ihrem Training. Auf dem Hof von Susanne Milz in Amlikon-Bissegg TG werden 15 Säuli zu Sportferkeln ausgebildet.

Milz wählt jedes Tier höchstpersönlich aus. «Ich entscheide mich für die Tiere, die am zutraulichsten sind», sagt sie zu BLICK. Sie sucht sich 20 Favoriten aus, von denen es am Ende 15 ins Olma-Kader schaffen. Das Säulirennen ist Frauensache. Der Grund ist das Sponsoren-Mänteli. Diese werden vor jedem Wettkampf um den Bauch geschnallt. Männliche Rennferkel würden sich an den Gummizügen am Bauch stören.

Kitzelige Säuli kommen nicht ins Kader

Die Athletinnen dürfen nicht sensibel sein. «Wenn eine von ihnen kitzelig ist, wenn man ihr das Sponsoren-Mänteli am Bauch zuschnallt, kommt sie leider nicht für das Rennen in Frage», so Milz. Steht der Kader, wird zwei Mal täglich trainiert: morgens um 9 Uhr und nachmittags um 16 Uhr.

Der Cheftrainerin ist die Gesundheit ihrer Athletinnen während der Trainingsphase wichtig: «Ich achte sehr darauf, dass sich die Tiere nicht verletzen. Dass alle bis zur Olma gesund bleiben, ist mir wichtiger als ihre Geschwindigkeit.»

Nach der Olma werden aus den Säuli wieder normale Mastschweine

Tierschützer kritisieren das Säulirennen der Olma seit Jahren ein. Von Quälerei will Trainerin Milz jedoch nichts wissen: «Darüber kann ich nur lachen. Denn die Säuli sind draussen und bewegen sich von Natur aus gerne. Am Ende ist es nichts anderes als eine Fütterung, da kann man nun wirklich nichts dagegen haben.»

Vor jedem Rennen können die Olma-Besucher auf ihre Favoriten wetten. Ein echter St. Galler weiss, dass es essenziell ist, die strammen Waden und die Aerodynamik des Sportferkels vor dem Wettkampf zu überprüfen. Doch sind es bekanntlich die ungeschriebenen Säuli-Gesetze, die besser gehütet sind, als das Rezept der St. Galler Bratwurst und des Appenzeller Käses zusammen.

Wenn der Trubel der Olma zu Ende ist, kehren die Tiere zurück nach Amlikon-Bissegg. Auf dem Hof werden die Sportferkel wieder ins normale Säulileben geholt, das irgendwann ein Ende nimmt. «Die Olma-Säuli sind normale Mastschweine, die nach der Messe wieder in den Schweinestall kommen, gemästet und geschlachtet werden», sagt Susanne Milz.