12 Jahre Gefängnis, eine Busse von 400 Franken und eine ambulante Massnahme: So lautet das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen gegen Dieter Müller wegen eines Überfalls auf eine Hanfplantage in Altstätten.

Sechs Männer aus dem Raum Zürich hatten Anfang 2015 einen Überfall auf eine Hanfplantage in einer Fabrikhalle in Altstätten SG gemeinsam geplant und ausgeführt. Dieter Müller nahm dabei eine Pumpgun mit, schoss auf zwei Bewacher der Anlage und verletzte sie schwer. Die Täter flüchteten und riefen eine Ambulanz zum Tatort.

Das Kreisgericht Rheintal verurteilte Müller 2017 wegen mehrfacher versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von zehneinhalb Jahren. Zudem ordnete es eine stationäre Therapie an. Gegen diese wehrte er sich Ende August vor Kantonsgericht «mit Händen und Füssen».

Mit Erfolg: Das Gericht ordnet eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme an. Bei der Freiheitsstrafe geht das Kantonsgericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft von 11 Jahren hinaus und verhängt für Müller eine Haftstrafe von 12 Jahren.

Dem Opfer, das lebensgefährlich verletzt wurde, muss Müller eine Genugtuung von 85'500 Franken bezahlen, dem zweiten Opfer eine Summe von 28'500 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Dieter Müller ist mehrfach vorbestraft und befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Er war 1997 beim spektakulären Überfall auf die Fraumünsterpost in Zürich dabei, als fünf Männer 53 Millionen Franken erbeuteten. Sie wurden alle gefasst. (SDA/fr)