Die Alpen-Initianten küren heute zum sechsten Mal den unsinnigsten Transportweg. Das Rennen um den Schmähpreis «Teufelsstein» macht das «Fiji-Wasser» der Firma Trivarga AG ZH. Jon Pult (32), Präsident der Alpen-Initiative, begründet die Preisvergabe: «Wasser von den Fidschi-Inseln in die Schweiz zu importieren, das ist exemplarisch absurd.»

Absurd: Das «Fiji-Wasser» mus einen Transportweg von 22'000 Kilometern zurücklegen, bevor es hierzulande verkauft wird.  (BAA_2015_07_17)

Die Alpen-Initiative hat im Sommer ein Online-Voting durchgeführt. Die Frage: Welches ist der absurdeste Transport und welches ist die beste Idee, Transportwege zu vermeiden? Je drei Projekte standen zur Auswahl.

71 Prozent der Abstimmenden teilen Pults Meinung. Das Fiji-Wasser ist die absurdeste Idee. Es muss 22'000 Kilometer Transportweg zurücklegen, bevor es in der Schweiz in den Läden steht. Der Transport einer Flasche Fiji-Wasser verursacht rund 12'000-mal mehr CO2-Ausstoss als die gleiche Menge Leitungswasser. Die Importe von Fiji-Wasser» haben stark zugenommen, seit es Verteiler wie Manor, Globus und andere in ihr Sortiment aufgenommen haben.

Ziel: Transportwege überdenken

Neben dem Fiji-Wasser waren auch der von Emmi in Deutschland mit Schweizer Milch hergestellte Caffè Latte Extra Shot und der Hirschpfeffer von Migros mit Hirsch aus Neuseeland nominiert.

Jon Pult, Präsident Alpen-Initiative, übergibt in Zürich den Schmähpreis «Teufelsstein» an die Trivarga AG.  (PETER SCHNEIDER)

Wieso verteilen die Initianten diesen Preis? «Wir wollen dazu beitragen, dass Unternehmen und Institutionen über Transportwege nachdenken und sie reduzieren, soweit dies möglich ist», sagt Pult. Den CO2-Ausstoss zu reduzieren sei eine wichtige Massnahme, um den Klimawandel zu stoppen.

Zum ersten Mal verteilen die Alpen-Initianten auch das Gegenstück zum «Teufelsstein», den «Bergkristall». Diese Auszeichnung würdigt ökologische Ideen, die lange und unnötige Transportwege vermeiden. Gewonnen hat ein Projekt der Stadt Lausanne VD. Dieses sieht vor, dass 70 Prozent der Lebensmittel, welche in Kantinen und Caféterias verwendet werden, von Produzenten aus einem Umkreis von 70 Kilometern stammen müssen.

Die Preisträger erhalten heute in Zürich beziehungsweise Lausanne ihre Auszeichnungen.