Sommer wird durchzogen Zürcher Böögg explodiert nach 20 Minuten und 39 Sekunden

16:20 | 13.04.2015

Zürich -Heute wurde am Sechseläuten in Zürich wieder der Böögg verbrannt. Der Schneemann brauchte in diesem Jahr leider ziemlich lange, bis er seinen Kopf verlor.

Nach 20 Minuten 39 Sekunden ist der Böögg explodiert.  (Keystone)

Geht es nach dem Zürcher Böögg, so wird der Sommer 2015 ziemlich mies. Genau 20 Minuten und 39 Sekunden nachdem der Scheiterhaufen angezündet worden war, explodierte der Kopf des Riesenschneemanns.

Der Volksmund sagt: Je rascher nach dem Anzünden der Kopf des Böögg weg fliegt, desto schöner wird der Sommer. Die Böögg-Prognose ist allerdings nicht wirklich verlässlich: Letztes Jahr sagte er mit etwas über sieben Minuten einen prächtigen Sommer voraus.

Tatsächlich war es bloss im Juni - vor allem über Pfingsten - extrem heiss. Der Rest des Sommers war dann vor allem nass und kühl.

5000 Zünfter am Umzug

Rund 5000 Zünfter in historischen Kostümen, Ehrengäste, Gäste und Musikanten nahmen am Nachmittag am traditionellen Zug der Zünfte durch die Zürcher Innenstadt teil.

Zu Fuss, zu Pferd oder im blumengeschmückten Wagen zogen sie an den Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern vorbei, die sie beklatschten und ihnen Küsschen und Blumen verteilten.

Der lange Zug bewegte sich durch die Innenstadt zum Sechseläutenplatz. Punkt 18 Uhr wurde der Holzstoss angezündet. Dann folgte der traditionelle Umritt der berittenen Zünfter um den Scheiterhaufen.

Die Pferdehufe sowie den Platzbelag aus edlem Valser Quarzit schützte eine dicke, breite Schicht aus Sand und einem speziellen Granulat.

Zwischenfälle überschatten das Fest

Leider wurden die Feierlichkeiten durch zwei Zwischenfälle überschattet. Am Morgen ist eine Kutsche, die auf dem Wegs ans Sechseläuten war, in ein Auto geknallt. Eine Person wurde verletzt.

Und während des Umritts um den Böögg stürzte ein Pferd und begrub seinen Reiter unter sich. (bau/SDA)

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Das Gestänge steht, jetzt fehlt nur noch der Böögg. 
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Und schon schwingt der Böögg durch die Lüfte. 
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Ein paar Handgriffe, Hammer und Nägel, dann steht der Böögf auf seinem Podest. 
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Kritisch beobachtet Böögbauer Heinz Wahrenberger die Montage. 
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Im Kofferraum warten noch Krawatte und Kopf des Bööggs. 
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Das Medieninteresse an Heinz Wahrenberger ist gross. 
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Krone statt Hut? Nein - Krone über dem Hut! 
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Tadaa – Heinz Wahrenbergers letzter Böögg trägt eine grosse glänzende Krone.  (Céline Trachsel)
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Und jetzt gehts ab auf die Hebebühne mit dem Kopf. Gaaaanz vorsichtig: Schliesslich transportieren die Männer hier einige Böller, die im Kopfe stecken. 
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«Lehrling» Lukas Meier (43) montiert den Kopf auf dem Körper des Bööggs. 
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Bitte lächeln: Die beiden Böögg-Bauer machen noch ein kleines Selfie. 
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Et voilà, hier das Selfie. Heinz Wahrenbergers allerletzter Böögg ist montiert. Ab nächstem Jahr übernimmt sein Nachfolger Lukas Meier (l.) die Verantwortung für den Bau.  (Lukas Meier)
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Liveticker

Wir beenden hiermit unsere Live-Berichterstattung vom Zürcher Sechseläuten. Betsen dank für Ihre Aufmerksamkeit!
20 Minuten 39 Sekunden: Das verheisst keinen guten Sommer. Kleiner Trost: MeteoSchweiz hat schon längst bewiesen, dass der Bögg nicht als Wetterfrosch taugt.
In einer Viertelstunde wird der Holzstoss unter dem Böögg angezündet.  Der Sechseläutenplatz, der seit einem Jahr mit edlem Valser Quarzit gepflastert ist, ist wiederum mit einem speziellen Belag Sechseläuten-tauglich gemacht worden.  In sicherem Abstand vom Holzstoss des Böögg wurde eine dicke, breite Schicht Sand und spezielles Granulat aufgeschichtet und festgepresst. So haben die Pferde einen geeigneten Untergrund für den traditionellen Umritt und der Bodenbelag wird geschont.
Bild: Twitter
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli ist dieses Jahr Gast der Zunft Witikon und trägt deshalb eine auffallende Kopfbedeckung. «Ich habe viele Komplimente bekommen», sagte sie auf Tele Züri. 

Screenshot: Tele Züri
Wer sich auf der offiziellen Homepage über das Sechseläuten informieren möchte hat übrigens Pech.  Die Seite funktioniert teils gar nicht und wenn doch, dann nur sehr langsam. Offenbar ist sie überlastet.  «Wir haben die Serverkapazität zwar erhöht, doch auch das reicht nicht aus. Wir werden für das kommende Jahr daran arbeiten, dass dies besser wird», sagte  sagt Andreas Weidmann, Sprecher des Zentralkomitees der Zürcher Zünfte zu Radio 1.
Weil es einfach lustig ist, hier noch einmal der Auftritt des damaligen Bundesrates Blocher auf dem Tele-Züri-Podest – und daneben: 
Hoppla Blochi! Ein SVP Politiker auf Abwegen.
von loofighter via YouTube



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