Wenn die Zeitumstellung abgeschafft würde, wie es die Mehrheit der EU-Bürger laut einer Umfrage will, dann könnten alleine die Deutschen sieben Milliarden Euro sparen. Das erklärt Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider der deutschen «Bild».

Das Sparpotenzial liegt bei den Kosten für Energie wie Strom, Heizung oder Treibstoff. Eigentlich sollte die Zeitumstellung genau hierbei Einsparungen ermöglichen. Wie Schneiders Studie zeigt, ist dies nicht der Fall.

Weniger müde und mehr Freizeit

Finanziell würde die Mischrechnung bei einer Abschaffung positiv ausfallen: Während die Forscher mit einem höheren Verbrauch von Treib- und Heizstoff rechnen, soll der Strombedarf sinken. Weil Strom teurer ist, würden unter dem Strich 480 Millionen Euro gespart.

Schwerer zu fassen sind nicht-energetische Faktoren. Dazu zählt etwa die Müdigkeit als Folge der Zeitumstellung. Zweimal im Jahr leiden die Menschen unter einem Mini-Jetlag, sie sind unproduktiver und machen mehr Unfälle. Geht die Sonne im Winter später unter, dann gäbe es zudem mehr Zeit für Freizeit. 150 zusätzliche Stunden Tageslicht würde eine permanente Sommerzeit Deutschland bringen.

Sparen auch in der Schweiz

Für die Schweiz hat Friedrich keine Zahlen bereit. Jedoch dürfte das Sparpotenzial auch hierzulande gross sein. Passt man die Zahl für Deutschland an die Bevölkerung der Schweiz an, dann ergibt dies bereits 700 Millionen Euro oder umgerechnet rund 790 Millionen Franken pro Jahr.

Der Umstand, dass das Leben in der Schweiz teurer ist als in Deutschland, hat bei dieser Rechnung für einmal einen positiven Effekt: Die jährliche Milliarden-Einsparung sollte darum drinliegen. (jfr)