Im heute Mittwochmittag verschickten Communiqué zum GAV, welcher ab Mai 2019 gilt, steht ein interessanter Satz drin. «Zur Senkung der Gesamtsystemkosten der Bahn beteiligen sich die Mitarbeitenden neu zu 40 Prozent an den krankheitsbedingten Fehltagkosten via monatlichen Lohnabzug», steht da im Wortlaut. «Bisher hatte die SBB die Kosten vollständig getragen. Die Einführung erfolgt über drei Jahre ab 2019. Für bisherige Mitarbeitende kompensiert die SBB die Beteiligung mit einer entsprechenden Erhöhung des Grundlohns.»

BLICK erreicht SBB-Sprecher Christian Ginsig am Telefon. Setzt die SBB Anreize, um krank zur Arbeit zu erscheinen? «Nein», sagt dieser. «Es wird sich letztlich um einen fixen monatlichen Lohnabzug von insgesamt 1,2 Prozent handeln – egal ob man krank ist oder nicht.» Für bestehende SBB-Mitarbeiter würde dafür der Lohn erhöht, unter dem Strich merkten diese also nichts auf dem Konto. «Für neue Mitarbeiter gelten diese Bedingungen einfach für den ausgehandelten Lohn.»

Der GAV tritt am 1. Mai 2019 in Kraft und läuft über drei Jahre. Zuvor müssen aber noch der Verwaltungsrat und die Sozialpartner zustimmen. (kst/SDA)

Korrektur: In einer ersten Version dieses Artikels stand unter anderem, dass einzelne Mitarbeiter für die Kosten, die den SBB durch ihre Krankheit entstehen, aufkommen müssen – also individuelle Lohnabzüge im Krankheitsfall erhielten. Dies war eine Fehlinterpretation der Medienmitteilung.

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