Die Wahrscheinlichkeit, dass Daniel Küblböck (33) lebend gefunden wird, sinkt gegen Null. Nachdem die Schiffe, der Helikopter und das Flugzeug der kanadischen Küstenwache zusammengerechnet 80 Stunden nach Küblböck gesucht haben, wurde die Suche nach dem «DSDS»-Star am Montag um 16.00 Uhr Schweizer Zeit eingestellt. «Leider hat es keine Spur von Küblböck gegeben», sagte ein Sprecher.

Dies, nachdem das Kreuzfahrtschiff «Aidaluna» bereits in der Nacht auf Montag die Suche nach Küblböck abgebrochen hatte (BLICK berichtete). Der Vermisstenfall sei nun an die Polizei der Provinz Neufundland und Labrador übergeben worden.

Damit besteht wohl keine Hoffnung mehr für den deutschen Sänger: Im Nordatlantik liegt die Wassertemperatur bei zehn Grad. Bereits beim Eintauchen in derart kaltes Wasser kann es zu einem Kälteschock kommen. Wenn nicht, dann treten die ersten Erscheinungen von Unterkühlung bereits nach einigen Minuten ein.

Das letzte Bild, das Daniel Küblböck von sich auf seinem Account rosa_luxem veröffentlichte.   (Instagram rosa_luxem)
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Den Account hat der 33-Jährige wohl für die Kreuzfahrt erstellt. Hier: Das erste Foto, gepostet am 2. September.   (Instagram rosa_luxem)
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Dann ein Schnappschuss von der Reise am 5. September.   (Instagram rosa_luxem)
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Die Hallgrimskirkja in Reykjavik.   (Instagram rosa_luxem)
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Auf dem Account postete er Bilder von sich als Frau.   (Instagram rosa_luxem)
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Unter den meisten findet sich der Hashtag transexuelle oder transformation.   (Instagram rosa_luxem)
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«Woman are strong», schrieb er unter diesem Bild.   (Instagram rosa_luxem)
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Passagiere auf dem Schiff berichteten ebenfalls, dass sich Küblböck während der Kreuzfahrt als Frau verkleidet hatte.   (Instagram rosa_luxem)
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Auf dem «rosa_luxem»-Account spexulieren derzeit die Fans, ob das Profil eine Art Abschiedsbrief war.   (Instagram rosa_luxem)
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Mobbingvorwürfe an die Schule

Küblböck zeigte sich vermehrt in Frauenkleidern. Möglich, dass er sich auf seine Abschlussprüfung vorbereitete.  (Instagram)

Weshalb Küblböck am Sonntag gegen 06.00 Uhr Ortszeit von Bord des Kreuzfahrtschiffes «Aidaluna» sprang, ist nicht bekannt. Der Deutsche war als Tourist unterwegs, soll sich während der Fahrt allerdings aggressiv verhalten haben, berichtet «Bild». Zudem soll er in Frauenkleidung rumgelaufen sein. Auf einem Anfang September erstellten Instagram-Account veröffentlichte Küblböck Eindrücke und Schnappschüsse von der Kreuzfahrt. Er zeigte sich auf den Bildern immer als Frau gekleidet und benutzte Hashtags wie «Transexuelle» oder «Transformation».

Eine mögliche Erklärung für die Frauenbilder: Seit 2015 studiert Küblböck Schauspielerei am «Europäischen Theaterinstitut» (ETI) in Berlin. Diesen September sollte er seinen Abschluss machen. Zuletzt lernte er wie besessen seinen Text für das Abschluss-Stück «Niemandsland», berichtet «Bild». Darin spielte er einen Transvestiten. Auch privat soll er deshalb fast nur noch in Frauenkleidern aufgetreten sein. Das Klima an der Schule hat dem 33-Jährigen aber offenbar nicht behagt. In einem Facebook-Posting, das Küblböck selbst Anfang August geschrieben haben soll, wettert er gegen seine Mitschüler und die Leiter der Schule. Der Vorwurf: Mobbing!

«Mir wurde Sabotage unterstellt»

«Ich muss diesen Schmerz der letzten Monate erst noch verkraften. Dieses monatelange Mobben an meiner Schule in meiner Klasse hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert», war auf Facebook zu lesen (Der Post ist mittlerweile gelöscht). Und weiter: «Ich musste Wochen mit hohen Hacken über Steine laufen, dann wurde mir meine Bühnengarderobe zerschnitten und mir wurde Sabotage unterstellt, da jemand Wasser über die Technik geschüttet hat. Ich meine, ich bin seit Jahren im Showgeschäft, und so etwas habe ich doch gar nicht nötig. Aber am schlimmsten fand ich, dass unsere Dozentin nicht eingegriffen hat. Sie hat das alles stillschweigend hingenommen.»

Auf Facebook veröffentlichte jemand, vermutlich der Sänger selbst, im Namen von Daniel Küblböck Mobbing-Vorwürfe gegen die Schauspielschule. Der Post ist mittlerweile gelöscht.  (Facebook)

«Bild» ging vor Ort, um mit den Mitschülern über diese Vorwürfe zu sprechen. Diese wollen von Mobbing nichts wissen, sprechen davon, dass sie lediglich nicht gut auf Daniel zu sprechen gewesen seien, weil sich dieser angeblich selber sabotiert habe. «Uns wurde damals nach den Vorwürfen von Daniel erklärt, das es Überwachungsvideos der Schule gibt, auf denen zu sehen ist, wie Daniel am Ende selber seine Kostüme beschädigt hat oder etwa auch wie er vor einer Probe etwas an der Elektronik verändert hat», wird ein Mitschüler zitiert. Küblböck sei oft alkoholisiert zur Schule gekommen und habe aufrund mangelnder Vorbereitung Angst vor der Abschlussprüfung gehabt. «Er war ein sensibler Mensch, er war ein Sonderling».

Welche Seite lügt?

Sängerin Kristina Bach glaubt den Mobbing-Vorwürfen. Sie ist eine langjährige Freundin des «DSDS»-Stars.  (Kristinabach.de)

Freunde von Küblböck widersprechen allerdings diesen Darstellungen. Kristina Bach, die unter anderem Helene Fischers Mega-Hit «atemlos» produzierte, wird von Bild zitiert: «Dieses Mobbing hat Daniel zermürbt. Dass die Schule das offenbar geduldet hat, war höchst fahrlässig. Der Fürsorgepflicht der Ausbildungsstätte wurde nicht Genüge getan.»

ETI-Vorstand und Gesangslehrer Robert P. Mau widerspricht diesen Anschuldigungen: «Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück.»

Weshalb Küblböck schlussendlich sprang, ist bisher nicht geklärt. Beantworten könnte dies der Sänger nur selber. Es ist allerdings anzunehmen, dass Küblböck nie mehr sprechen wird.

Angehörige hoffen noch

Die Angehörigen hoffen derweil nach eigenen Angaben auf ein Wunder. «Wir denken mit all unserer Kraft und Liebe an Daniel und hoffen auf ein grosses Wunder», heisst es in einer am Montag auf der Internetseite des Sängers veröffentlichten Erklärung von der Familie, Angehörigen und Freunden.

«Uns hat die Nachricht erreicht, das Daniel von Bord ins Wasser gestürzt ist», heisst es in der Erklärung. Die kanadische Polizei ermittele seit Montag auf dem Kreuzfahrtschiff, um sich ein genaues Bild von den Ereignissen zu machen.