Der durch die Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» bekannt gewordene Daniel Küblböck (33) wird vermisst. Der deutsche Sänger war als Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff «Aidaluna» unterwegs von Hamburg nach New York.

Am Sonntag gegen 6 Uhr Ortszeit sprang vor der kanadischen Insel Neufundland eine Person von Deck 5, wie Augenzeugen berichten. Bei dieser Person handelt es sich um Daniel Küblböck, den Dritten der ersten «DSDS»-Staffel von 2003.

Wassertemperatur liegt bei 10 Grad

Die kanadische Küstenwache hat die Suche in der Labrador See eingestellt, wie sie um 18 Uhr Schweizer Zeit mitteilt. Dies, nachdem das Kreuzfahrtschiff in der Nacht auf Montag die Suche nach Küblböck bereits abgebrochen hatte.

Damit besteht wohl keine Hoffnung mehr für den deutschen Sänger: Im Nordatlantik liegt die Wassertemperatur bei 10 Grad. Bereits beim Eintauchen in derart kaltes Wasser kann es zu einem Kälteschock kommen. Wenn nicht, dann treten die ersten Erscheinungen von Unterkühlung bereits nach einigen Minuten ein.

Er trug Frauenkleidung und war aggressiv

Weshalb Küblböck sprang, ist nicht bekannt. Laut «Bild» fiel der Sänger an Bord auf, da er sich aggressiv verhalten habe und die meiste Zeit in Frauenkleidung rumgelaufen sei. Auf einem Anfang September erstellten Instagram-Account veröffentlichte Küblböck Eindrücke und Schnappschüsse von der Kreuzfahrt. Er zeigte sich auf den Bildern immer als Frau gekleidet und benutzte Hashtags wie «Transexuelle» oder «Transformation».

Das letzte Bild, das Daniel Küblböck von sich auf seinem Account rosa_luxem veröffentlichte.   (Instagram rosa_luxem)
1 / 9
Den Account hat der 33-Jährige wohl für die Kreuzfahrt erstellt. Hier: Das erste Foto, gepostet am 2. September.   (Instagram rosa_luxem)
2 / 9
Dann ein Schnappschuss von der Reise am 5. September.   (Instagram rosa_luxem)
3 / 9
Die Hallgrimskirkja in Reykjavik.   (Instagram rosa_luxem)
4 / 9
Auf dem Account postete er Bilder von sich als Frau.   (Instagram rosa_luxem)
5 / 9
Unter den meisten findet sich der Hashtag transexuelle oder transformation.   (Instagram rosa_luxem)
6 / 9
«Woman are strong», schrieb er unter diesem Bild.   (Instagram rosa_luxem)
7 / 9
Passagiere auf dem Schiff berichteten ebenfalls, dass sich Küblböck während der Kreuzfahrt als Frau verkleidet hatte.   (Instagram rosa_luxem)
8 / 9
Auf dem «rosa_luxem»-Account spexulieren derzeit die Fans, ob das Profil eine Art Abschiedsbrief war.   (Instagram rosa_luxem)
9 / 9

Schiffspassagier Niclas Krasenbrink von Deck 5 berichtet BLICK vom Geschehen an Bord: «Wir wurden gegen 6 Uhr aufgeweckt von Durchsagen der Crew. Danach ging ein Alarm los.» Etwa drei Stunden später sei jede Kabine durchsucht worden. «Seitdem erhalten wir fast stündlich eine Durchsage mit der aktuellen Lage.»

Um die Gäste auf andere Gedanken zu bringen, habe die Besatzung ein Unterhaltungsprogramm aufgestellt. So dürfen die Passagiere beispielsweise im «Theatrium» die Proben eines Musicals schauen. Trotzdem: «Man merkt eine deutliche Anspannung unter den Passagieren», sagt Krasenbrink.

«Mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten»

Die Schifffahrtsgesellschaft Aida Cruises erklärt in einer Mitteilung: «Aida Cruises bestätigt, dass am frühen Morgen des 9. September 2018 ein Gast von Aidaluna auf dem Seeweg nach Neufundland über Bord gesprungen ist. Der Kapitän und die Crew von Aidaluna haben umgehend und in enger Abstimmung mit den örtlichen zuständigen Behörden alle erforderlichen Rettungsmassnahmen eingeleitet. In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten.»

Vor der kanadischen Insel Neufundland soll Küblböck von Bord gesprungen sein.  (Blick Grafik)

Ein Kabinencheck habe bestätigt, dass ein männlicher Gast namens Daniel Kaiser-Küblböck vermisst wird. Das Schiff wurde vorsorglich gestoppt und zur Stelle zurückgefahren, wo der Vorfall angenommen wurde.

Passagier Krasenbrink beschreibt dem BLICK die Aktion vom Sonntag wie folgt: «Es wurden zwei Rettungsboote ins Wasser gelassen, mehr war jedoch nicht zu sehen.» Auch ein Rettungsheli und ein holländisches Schiff sollen bei der Suche geholfen haben. Die «Aidaluna» sei im Kreis gefahren - einen Kurs, der von der kanadischen Küstenwache vorgegeben worden sei.

Das sagt sein Vater

Küblböcks Vater reagiert am Sonntag auf die Schreckensmeldung gegenüber «Bild» mit den Worten: «Ich klammere mich jetzt nur an die Hoffnung, dass irgendwie doch noch alles gut wird!»

Auf der «Aidaluna» haben über 2000 Passagiere Platz. Das Schiff ist 250 Meter lang, 32 Meter breit und verfügt über 13 Decks. Das Deck 5 befindet sich auf über 20 Metern über dem Wasser. (szm/SDA/hah/noo)