Trotz eher mässigen Quoten der ersten Ausgabe von «Darf ich bitten?» (444'000 Zuschauer, 30,8 Prozent Marktanteil) lässt SRF im Frühling 2018 wieder Prominente das Tanzbein schwingen. Das Positive vorweg: Sandra Studer (48) moderierte die Premiere mit Schwung, und die Zeitreisen durch alte Tanzfilme machten Lust auf mehr. Es zeigte sich jedoch auch: In Sachen Perfektion und Sex-Appeal hinkte der SRF-Abklatsch dem Original «Let's Dance» weit hinterher. Elf Jahre Jahre nach dem Start des RTL-Klassikers, in dem versierte Tänzerinnen wie Vanessa Mai (25), Sophia Thomalla (28) oder Magdalena Brzeska (38) für Schwindelgefühle sorgten, liess SRF sein altbewährtes Personal über die Bühne rumpeln.

Im März geht der Sender trotzdem in eine neue Runde. «Die Sendung hat bei unseren Zuschauern viel positives Echo ausgelöst», tönt Reto Peritz, Chef der SRF-Showabteilung, enthusiastisch. «Es war für uns ein logischer Schritt, diese Sendung nun zum mehrteiligen Event zu programmieren.»

Linda Fäh sorgt für Sexyness

Konkret heisst das: «Darf ich bitten?» wird mit vier Sendungen und zehn Kandidaten zur noch grösseren Samstagabend-Kiste aufgeplustert. Mit Linda Fäh (29), Lucas Fischer (27) und Tiziana Gulino (20) hat man auch ein paar jüngere Tanzfreudige gewinnen können. Immerhin. Für Sexyness wird wohl vor allem die Ex-Miss-Schweiz sorgen.

Die Teilnehmerliste verrät, dass SRF offenbar Mühe bekundete, junge Unterhaltungsprofis zu engagieren. Der 193-Zentimeter lange Bo Katzman (65) löste als Tänzer bisher noch keine Begeisterungsstürme aus. Und Tonia Maria Zindel (45) glänzte nach der Schoggi-Soap «Lüthi und Blanc» vor allem als süsses Mami.

Auch Ex-Skirennfahrerin Brigitte Oertli (55, Olympia-Silber 1988) und Ex-Veloprofi Franco Marvulli (38), der fünf EM- und vier WM-Titel sowie Olympiasilber 2004 holte, müssen erst noch zeigen, ob sie am richtigen Oertli sind.

Zwei Komiker am Start

«Am Samstagabend ist das Alterssegment unserer Zuschauer sehr breit und familiär, weshalb wir Prominente jeden Alters dabeihaben», erklärt Peritz die Auswahlkriterien ausweichend. Aber warum wählte man gleich zwei Komiker aus der gleichen Altersgruppe – weil die Popmusiker und Jungrocker nicht wollten? Erich Vock (55) und Claudio Zuccolini (47) werden beweisen müssen, dass sie mehr als nur Lachnummern sind.

Der Zeitaufwand sei halt auch gross, gibt der SRF-Showchef zu bedenken. «Die Künstler müssen im Vorfeld mit ihrem persönlichen Coach sieben Tänze einstudieren.»

Vielleicht muss am Ende – ausser Konkurrenz – Sandra Studer über die Bühne walzern. Sie tanzt wenigstens in der ersten Liga.

Wer bei der Show im Publikum sitzen möchte, kann sich online anmelden.