Dass der amerikanische Sportartikel-Riese Nike den ehemaligen NFL-Quarterback Colin Kaepernick diesen Spätsommer als Aushängeschild für eine neue Kampagne wählte, löste heftige Reaktionen bis ins Weisse Haus in Washington aus.

Nike würde eine «furchtbare Botschaft» aussenden, meinte US-Präsident Donald Trump. Und wutentbrannte Bürger im ganzen Land setzten gar ihre Nike-Kleidung in Brand, um ihrem Unmut Luft zu machen.

30 Prozent mehr Verkäufe

Hintergrund: Kaepernick sorgte in der NFL-Saison 2016/2017 mit seinem Protest, bei dem er beim Abspielen der Hymne vor dem Spiel auf die Knie ging, für einen Riesenwirbel. Während Kaepernick dabei auf Polizeigewalt und Rassismus aufmerksam machen wollte, verstanden dies viele – an vorderster Front Präsident Trump – als unverhohlenen Angriff aufs Vaterland.

Doch Kaepernick geniesst in den USA auch viele Sympathien, vor allem bei einer jungen Zielgruppe. Und diese kaufen Nike-Artikel, mit Kaepernick als Testimonial noch viel mehr als zuvor.

Um 31 Prozent legten die Verkäufe beim US-Onlinestore seit Kampagnenstart zu. Auch die Investoren kaufen fleissig Nike-Aktien. Die Rechnung scheint für Nike trotz oder genau wegen politischer Proteste bereits jetzt voll aufzugehen. (klu)