Aufstieg, Abstieg, Entlassung. Zugs neuer Coach hat zu Beginn seiner noch jungen Karriere schon viele Lektionen gelernt. «Rückblickend», sagt Dan Tangnes ehrlich, «war ich damals noch nicht bereit.»

Damals. Mit 31 wird der Norweger erstmals Vollzeit-Trainer, coacht bei seinem Ex-Klub in Schweden, Rögle BK, die U20-Junioren zwei Saisons erfolgreich. Davor arbeitet er noch als Projektleiter bei einer Baufirma, sieht dort Karrierechancen.

Doch weils im Hockey so gut läuft, überzeugt ihn die Klubführung, das Fanionteam in Schwedens zweithöchster Liga Allsvenskan zu übernehmen.

«Ich war naiv»

Was danach mit dem unerfahrenen Trainer passiert, betitelt er als Märchen. Er führt Rögle nach wenigen Monaten in die SHL. «Ich war so jung, alle waren so glücklich über den Aufstieg. Und ich dachte, ich sei der König des schwedischen Hockeys.»

Doch Tangnes fällt bald wieder vom Thron – und landet hart. Der Klub überredet ihn, auch in der höchsten Liga das Team zu führen. Obwohl das Bauchgefühl dem Norweger sagt, dass er noch Hilfe von einem erfahrenen Trainer an der Seite gebrauchen könnte. «Ich war naiv, beide Seiten haben die Situation unterschätzt.»

Im Januar 2013 wird Tangnes zum Assistenten degradiert, doch der direkte Wiederabstieg kann nicht verhindert werden. In der Allsvenskan ist er erneut Headcoach – wird im Oktober 2013 aber entlassen.

«Der Abstieg war hart. Doch er hat mir die Erfahrung gebracht, wie ich als Trainer bin, wenn ich unter Druck gerate. Und wie ein Team reagiert, wenn es auseinanderfällt.» Er wird als Versager abgestempelt, «das kratzt am Ego.»

In Linköping schmiss er den Bettel hin

Tangnes nimmt sich eine Auszeit, lehnt Angebote ab. Er will zunächst alles verarbeiten und sich selbst finden als Coach. Dafür besucht er Klubs, lässt sich inspirieren, darf drei Wochen im Staff des NHL-Teams San Jose sein.

Dem Trainerbusiness kehrt er nicht den Rücken, «weil ich den Leuten beweisen wollte, dass sie sich in mir getäuscht haben». In Linköping erhält er 2014 die Chance, als Assistent des erfahrenen Roger Melin (62, Sd) einzusteigen, übernimmt das Team eine Saison später.

Dreimal in Folge scheitert Tangnes mit jungen Teams im Playoff-Viertelfinal, danach schmeisst er – trotz zwei weiteren Vertragsjahren – hin. Er habe die Energie verloren, wird er in den Medien zitiert. Er präzisiert, dass die Situation mit seiner Familie zu tun hat, die weiterhin in Südschweden lebte und er oft pendeln musste.

Drei Wochen später unterschreibt er beim EVZ, mit dem er eigentlich erst für nächste Saison verhandelt hat. Seine Familie ist in Zug bei ihm. Und sein Fokus damit nun voll beim Eishockey.

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So lange sind die zwölf NL-Trainer im Amt

Serge Aubin (43, Ka, ZSC) seit 2018

Dan Tangnes (39, No, Zug) 2018

Ville Peltonen (45, Fi, Lausanne) 2018

Chris McSorley (56, Ka, Servette) 2018

Antti Törmänen (47, Fi, Biel) 2017

Luca Cereda (37, Sz, Ambri) 2017

Mark French (47, Ka, Fribourg) 2017

Greg Ireland (52, Ka, Lugano) 2017

Heinz Ehlers (52, Dä, SCL Tigers) 2016

Kari Jalonen (58, Fi, Bern) 2016

Jeff Tomlinson (48, Ka, SCRJ Lakers) 2015

Arno Del Curto (62, Sz, Davos) 1996