Kimi Räikkönen ist also zurück bei dem Team, das er Ende 2001 fast unter Drohung verlassen hat. «Wir machen dich zum Weltmeister», lockte McLaren-Mercedes den damals noch labilen Lausbuben wochenlang.

Kimi kam mit von aussen diktierten Bettelbriefen aus dem langjährigen Vertrag mit den Hinwilern. Peter Sauber, schwer enttäuscht: «Es nützt nichts, wenn man einen Fahrer zu halten versucht, der gehen will!»

Kimi Räikkönen sagt nach dieser Saison «Arrivederci, Ferrari!»   (REUTERS)
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Der Finne fährt seit 2014 für die Roten.    (Lukas Gorys)
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Nächstes Jahr gibts dieses Bild nicht mehr zu sehen: Vettel neben Räikkönen.   (Lukas Gorys)
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Seit Wochen wird gemunkelt, dass Räikkönen den italienischen Rennstall verlässt.    (Lukas Gorys)
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Jetzt ist klar: Kimi zieht den Schlussstrich.   (Lukas Gorys)
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Hier flaniert der 38-Jährige mit seiner Ehefrau Minttu durchs Fahrerlager.   (Lukas Gorys)
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Schon 2007 bis 2009 ging Kimi für die «Scuderia» auf Punktejagd.   (REUTERS)
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«Wir danken Kimi für alles und wünschen ihm und seiner Familie eine wohlhabende Zukunft», heisst es auf der Webseite von Ferrari.   (freshfocus)
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2007 wurde Räikkönen mit Ferrari Weltmeister.   (KEY)
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Räikkönen wird für die nächsten zwei Saisons für Sauber fahren – das machte er übrigens auch 2001.   (REUTERS)
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«Kimi Räikkönen als unseren Fahrer zu sichern, stellt einen wichtigen Teil unseres Projektes dar und bringt uns unserem Ziel, als Team Fortschritte zu erzielen, einen Schritt näher», sagt Frédéric Vasseur auf der Sauber-Webseite.   (Lukas Gorys)
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Charles Leclerc (l.) macht den umgekehrten Weg – und heuert bei Ferrari an.   (Lukas Gorys)
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Der 20-jährige Monegasse wird seit längerer Zeit mit einem Wechsel zum italienischen Stall in Verbindung gebracht, …   (Lukas Gorys)
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… am Dienstagmorgen ist der Deal fix.   (Lukas Gorys)
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Das Ferrari-Duo der nächsten Saison: Leclerc (l.) und Vettel.   (Lukas Gorys)
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Leclerc trägt bereits den Ferrari-Overall.   (zvg)
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Nun, die Sache ist längst verjährt. Räikkönen ist reifer geworden – und weiss: Nur Peter Sauber (wird am 13. Oktober 75) hat er seine Karriere zu verdanken. Der frühere Teamchef mit dem goldenen Händchen kämpfte – gegen allen Widerstand – für den jungen Mann, der mit nur 23 Autorennen in kleinen Serien zum GP-Star wurde.

Gleich im ersten Rennen in Australien holte Kimi für Sauber mit Platz sechs den ersten WM-Punkt. Zusammen mit Teamkollege Nick Heidfeld tauchte das Sauber-Duo 2001 als WM-Vierter auf. Eine Sensation.

Die Frage ist nach bisher 285 Formel-1-Rennen: Warum tut sich Kimi (wird am 17. Oktober 39) die Verlängerung seiner Karriere noch an?

Die vier Gründe: Der Finne ist mit Millionen Fans im Rücken ein echter Racer, liebt die Herausforderung – und über seine aktuelle Form (Pole Position in Monza) muss man gar nicht streiten. Kimis ewige Freundschaft mit Sauber-Teammanager Beat Zehnder ist auch ein sehr wichtiger Grund. Ihm kann er immer vertrauen.

Zudem raubt dem glücklichen Familienmenschen Räikkönen der kurze Arbeitsweg von Baar ZG nach Hinwil ZH fast keine Zeit. Und dann dürfte das Salär ja auch noch eine Rolle spielen. Für den unwürdigen Abgang des letzten Ferrari-Weltmeisters von 2007 muss man jetzt in Maranello bestimmt tief in die Tasche greifen.