Die Formel 1 ohne Krach, Politik und Millionen – undenkbar. In Monza traf es bekanntlich Romain Grosjean. Der Genfer fuhr im Haas-Ferrari auf Rang 6, wurde aber fünf Stunden später disqualifiziert, nach einem Protest von Renault. Ein nicht abgerundetes Teil am Unterboden wurde ihm zum Verhängnis. So blieb Re­nault auf dem vierten, Haas auf dem fünften WM-Rang.

Die Haas-Chefs tobten und legten Rekurs ein, überzeugt davon, dass sie ihren neuen Unterboden mit den Regelhütern korrekt abgeklärt hätten. Der Rekurs ist hängig.

Sind acht WM-Punkte mehr wert als 3,6 Mio. Dollar?

Klar ist: Haas wurde wegen des fehlerhaften Unterbodens deshalb von FIA und FOM (Formula One Management) härter bestraft, weil es als einziges Team das F1-Antrittsgeld von 33 Mio. Dollar für das «neue» Team von Racing Point Force India ablehnt. Dieser Widerstand könnte zum Eigentor werden.

Das Antrittsgeld bekommen eigentlich alle zehn Formel-1-Teams anfangs Saison. Wenn sich Haas nun durchsetzt, werden die 33 Millionen Dollar für Racing Point Force India durch neun geteilt. Also würde jedes Team zusätzlich 3,6 Millionen zu den 33 Millionen Dollar erhalten.

Jedoch könnten die verlorenen acht WM-Punkte aus Monza mehr wert sein als 3,6 Millionen Dollar: wenn Haas nämlich WM-Fünfter bleibt oder gar von Racing Point Force India (derzeit 7.) überholt wird. Je nach WM-Schlussrangierung würde Haas dann deutlich weniger als 3,6 Millionen Dollar erhalten.

Wie selten Disqualifikationen sind, zeigt der letzte Fall: 2015 in Brasilien. Damals wurde der Achte, Massa, aus der Wertung genommen, weil die Reifenwerte vor dem GP nicht in Ordnung waren. Und wer rückte damals einen Platz nach vorne: Grosjean im Lotus…