Da haben sich die Aarauer einen dicken Fisch ans Rüebliland ge­zogen. Anfang Juli verkünden sie den Zuzug von Marco Schneuwly. Der 33-jährige Stürmer kommt von Sion aus der Super League und soll den FC Aarau zurück an die Spitze der Challenge League schiessen. Für Aarau ein Hammertransfer.

Warum tut sich Schneuwly die Challenge League an? Er, die Tormaschine der vergangenen Super-League-Saisons. 103 Treffer erzielte der Fribourger in über 330 Partien für YB, Sion, Thun und Luzern in der höchsten Spielklasse. 2016 wollten ihn die Nati-Fans nach seinen starken 16 Ligatoren gar an der EM in Frankreich sehen. Doch ein Aufgebot von Trainer Vladimir Petkovic blieb aus.

Zwei Jahre später heissts Challenge League statt Nati. Hat Schneuwly seine Ambitionen begraben? «Nein, ich bin ambitioniert», sagt er. «Wenn ich nicht mehr bissig wäre, würde ich aufhören. Ich weiss immer noch, wo das Tor steht.» Was sind denn dann seine Beweggründe? «Ich will dem FCA helfen. Wir wollen uns nach vorne orientieren, erfolgreichen Fussball spielen. Ich freue mich auf diese Herausforderung.»

Sprengt er das Budget?

Das Gesamtpaket beim FCA habe ihm zugesagt. Kein Wunder, Schneuwly kennt den halben Staff aus vergangenen Tagen: Trainer Patrick Rahmen und Kondi-Coach Norbert Fischer aus FCL-Zeiten, Goalietrainer Flamur Tahiraj aus Kriens. Und mit Sportchef Sandro Burki hat Schneuwly 2002 die U17-EM in Dänemark gewonnen. «Ausserdem wohne ich in der Nähe von Solothurn, die Entfernung nach Aarau ist ideal», fügt der Rechtsfuss an.

Letzte Saison jagte Schneuwly noch Tore für Sion. Umso überraschender ist sein Transfer zum FCA. Bei Chris­tian Constantin verdient man bekanntlich nicht unbedingt einen Hungerlohn. Sprengt Schneuwly das FCA-Budget?

«Mir war bewusst, dass ich auf Geld verzichten muss», sagt Schneuwly. «Aber wir haben uns gefunden.» Sportchef Burki : «Marco passt in unseren Rahmen. Wir haben ihn nicht mit finanziellen Argumenten überzeugen können, sondern mit persönlichen.»