YB steht in der Champions League – na und? Nein, so ketzerisch muss man nicht sein ... Es ist fantastisch. Es ist grossartig. Es ist toll! Aber deswegen alle Superlativen dieses Planeten bemühen? Nein, das wäre dem Anlass nicht ganz angemessen.

Natürlich freuen wir uns. Bedingungslos. Wir schauen mit Vorfreude nach Monaco, wo am Donnerstag (18 Uhr) ausgelost wird. Darfs Real sein? Oder doch lieber Barcelona? Das alleine, dass die Schweiz wieder bei einer Königsklassen-Auslosung dabei ist, ist super!

Aber: YB hat das erreicht, was zuvor Molde, Galati, Nordsjaelland, Karabach oder Astana geschafft hatten. Würde man als Exoten einstufen, nicht? Oder Basel, GC, der FCZ – und Thun. Der noch grössere Ketzer ist jener, der sagt, YB habe sich endlich auf Thuns Höhe gehievt.

Und YB ist eigentlich nur seinen selbst geschaffenen Ansprüchen gerecht geworden. Ein Klub, der derart gewachsen ist, dessen Budget sich um die 50 Millionen Franken bewegt, der darf durchaus den Anspruch haben, im Konzert der Grossen mal mitzuspielen.

Wichtig ist dieser Grosserfolg aus zwei Gründen: Erstens, weil die Berner damit auch emotional so nahe an den FC Basel gerückt sind, dass eine mindestens spannende Meisterschaft auf Jahre hinaus gewährleistet und Bayern- sowie PSG-Zustände vermieden werden können.

Und zweitens für den Uefa-Koeffizienten. Für all jene Teams, die dereinst in die Königsklasse wollen. Alleine für das Erreichen der Gruppenphase gibts vier Punkte! Diese können nach den schwachen Jahren 2015 bis 2017 Gold wert sein.

So heisst es diesmal: Merci, YB. Statt Dangge, Basel.