Heute kämpft der Schweizer Meister YB gegen Nati-Stürmer Mario Gavranovic um die Champions-League-Millionen. Den Tessiner im Dinamo-Sturm mit Bälle füttern soll Izet Hajrovic ­– 27-jährig, geboren in Birr AG. Und, falls es vergessen gegangen sein sollte, ehemaliger Schweizer Internationaler.

Am 14. November 2012 gibt der damalige GC-Flügel sein Debüt in der Schweizer Nati. Ebenfalls mit dabei damals: YB-Abwehrboss Steve von Bergen. Doch die sechs Minuten gegen Tunesien werden für den Aargauer die einzigen bleiben. Für den Test gegen Griechenland am 6. Februar bietet Ottmar Hitzfeld Hajrovic zwar noch einmal auf, zum Einsatz kommt dieser jedoch nicht. Obwohl Hitzfeld beim 0:0 sechsmal wechselt.

Am 6. September debütiert Hajrovic dann für Bosnien-Herzegowina. Weshalb der Nationen-Wechsel? Hajrovic: «Herr Hitzfeld hat mich nach dem Griechen-Spiel nicht mehr aufgeboten. Und Bosnien hat sich sehr um mich bemüht.» Und weil der Schweiz-Bosnier unbedingt an die WM 2014 nach Brasilien will, entscheidet er sich für das Heimatland seiner Eltern.

Seine Rechnung geht auf

An der WM läuft er dann gegen Argentinien und Nigeria auf. «Das war kein Entscheid gegen die Schweiz, sondern ein Entscheid für Bosnien», sagt er. 24 Spiele absolviert der begnadete Linksfuss für Bosnien.

Doch seit Januar, seit Kroatiens-Fussball-Legende Robert Prosinecki Nationaltrainer Bosniens ist, wird der Freistoss-Spezialist nicht mehr aufgeboten. Hajrovic nimmt es gelassen. «Der Trainer entscheidet, wen er aufbietet. Es ist an mir, mich mit guten Leistungen bei Dinamo Zagreb zu empfehlen.»

«Beide Teams können es noch schaffen»

Logisch würden seine Karten besser, wenn er sich mit Dinamo heute gegen YB für die Königsklasse qualifiziert. Zagreb will heute im Maksimir-Stadion den Sack zumachen. Hajrovic: «Die Champions League ist unser grosser Traum. Aber YB hat viele Qualitäten, beide Teams können es noch schaffen.»

Die Ausgangslage habe sich jedoch nach dem 1:1 auswärts auf Kunstrasen sicher nicht verschlechtert. Hajrovic: «Wir hatten Mühe mit dem Plastik in Bern, freuen uns alle auf den Naturrasen.»