Es war 2013. Ex-Sevilla- und Las-Palmas-Legionär Bjelica hat eben erst Austria Wien übernommen. Zuvor hatte er sich im deutschsprachigen Raum emporgearbeitet.

Er war zuerst Spieler in Kaiserslautern, dann bei Mödling und dem FC Kärnten, wo er gleich Spielertrainer wurde. Über Lustenau und Wolfsberg schafft er es zum grossen Hauptstadtklub. Und in die Playoffs zur Champions League. Gegen... Dinamo Zagreb.

Der jetzige Zagreb-Trainer erreichte 2013 mit Austria Wien die Champions League.  (freshfocus)

Nach einem 2:0-Sieg im Maksimir lag in Wien plötzlich Dinamo 3:1 vorne. Erst dank dem zweiten Austria-Tor holten die Ösis den Gesamtsieg. Es war hoch dramatisch!

So etwas wird auch heute erwartet. In einem vollen Stadion. Ungewohnt für Bjelica, der als Dinamo-Trainer bislang 11'900 Fans als Bestmarke stehen hat, im Quali-Spiel gegen Astana.

Ausverkauftes Maksimir-Stadion

Belastend sei dieses volle Stadion nicht, denkt er: «Eine Belastung ist ein leeres Stadion. Wenn du vor zweitausend Zuschauern spielst, dann ist es schwierig. Obwohl meine Spieler Profis sind, verstehe ich, dass sie nicht voll konzentriert sein können, wenn sie vor leeren Rängen spielen. Wenn dich das heimische Publikum trägt, dann kann das keine Last sein.»

Zur Erinnerung: In den bisherigen Meisterschaftsspielen hatte Dinamo vier Mal zwischen 2400 und 2900 Zuschauer, einmal, gegen Osijek, von wo Bjelica kommt, 5000.

Das Maksimir-Stadion in Zagreb wird sich heute Abend zu einem Hexenkessel verwandeln.  (GETTY IMAGES)

YB braucht ein Tor, um weiterzukommen. Mindestens ein Tor. Und YB ist offensiv stark. Bjelica hat Respekt vor Gelbschwarz. Mehr aber nicht. «Es ist stimmt, dass die Young Boys in den letzten 35 Spielen immer ein Tor geschossen haben. Aber seit ich hier bin, haben wir das in allen zwölf Spielen auch getan.»

Er ist auf jeden Fall sicher: «Ich glaube fest daran, dass wir letztlich ein Tor mehr haben werden als YB. Und es wäre mein liebster und grösster Sieg!» Klar auch, als Kroate ein kroatisches Team in die Champions League zu bringen ist halt emotional schon was anderes als ein österreichisches.