Das Maksimir-Stadion in Zagreb. Es ist der Sehnsuchtsort für YB. Nicht, weil es besonders schön wäre. Im Gegenteil. Es ist hässlich. Nein, weil es der Ort ist, an dem YB seinen 30-Millionen-Traum wahr machen kann. «Die Champions League ist ein Traum», sagte denn auch Trainer Gerry Seoane kurz und bündig.

Zwei Dinge stellen sich YB in den Weg: Da ist zum ­einen Dinamo. Und andrerseits, eben, ein volles Stadion.
Dass es voll sein wird, ist seit gestern klar. Es gibt keine Tickets mehr! Ausser für den Gästesektor. Das heisst dann: 25 000 Fans werden Dinamo antreiben. Und 350 Berner werden im 4000 Fans fassenden Gästesektor YB unterstützen. Dies bei einer Kapazität von 35 000, die ursprünglich gar bei 55 000 lag. Doch die darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgereizt werden.

Fans nur bei grossen Spielen

1912 erbaut, ist das Maksimir ein Stadion-Dinosaurier, über den 100 Jahre später (!) bei einer Teilsanierung ein moderner Mantel gestülpt wurde. Die Plätze wurden dennoch nicht gedeckt. Wenns regnet, sitzen alle im Regen «Deshalb kommen in der Meisterschaft kaum Fans», sagt ein kroatischer Journalist. «Zudem ist die Meisterschaft bei uns todlangweilig! Man weiss schon vor dem ersten Spiel, dass Dinamo Meister werden wird.»

Das äussert sich dann in unfassbaren Zahlen: Zu den bisherigen Heimspielen kamen zwischen 2400 und 2900 Fans. Nur gegen Osijek hatte es 5000 Fans. Auf das Risiko hin, nass zu werden, gehen die Fans nur internationale Spiele schauen. In der Champions-League-Quali gegen die Israelis von Hapoel Be’er Sheva warens 9000, gegen Astana fast 12 000. Und nun also die volle Bude, trotz des unattraktiven Gegners.

Wird es ein Hexenkessel? Guillaume Hoarau (34), der mit PSG 2012 hier 2:0 gewann: «Ich erinnere mich, ein Tor geschossen haben, das nicht zählte. Die Stimmung? Da habe ich keine Erinnerung. Ergo kann sie nicht speziell ­gewesen sein.» War sie wohl auch nicht, denn es waren damals 9300 Fans im Maksimir.

Mario Gavranovic will mit Dinamo Zagreb in die Königsklasse.   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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Der 28-Jährige auf dem Ban-Jelačić-Platz im Zentrum der kroatischen Hauptstadt.   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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Gavra und seiner Frau Anita gefällt es ausgezeichnet in Zagreb.   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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«Die Stadt, der Klub, alles ist perfekt»   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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Ob sein Weg in die Champions League führt?   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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Am Mittwoch gastiert Dinamo im Stade de Suisse und muss im Hinspiel gegen YB ran.   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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Der Nati-Stürmer hat gute Erinnerungen ans Berner Stadion: «Da habe ich mit dem FCZ den Cupfinal 2014 gegen Basel gewonnen.»   (TOTO MARTI / TOTO MARTI)
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Das wohl grössere Hindernis für YB ist das Team von Dinamo. Ausgebufft, technisch versiert, variabel. Auch dank zwei Schweizern: Mario Gavranovic (28) und Izet Hajrovic (27). Für sie ist das volle Stadion mindestens ebenso sehr Thema wie für YB. «Ich habe noch nie im Maksimir vor so vielen Fans gespielt», sagt Nati-Stürmer Gavra. Und Hajrovic ergänzt: «Die Fans sind für Tickets lange angestanden, es wird richtig laut im Stadion.»

Gavranovic ist zuversichtlich

Die beiden Schweizer im Dinamo-Dress haben grossen Respekt vor dem Schweizer Meister. Dennoch glauben sie nach dem 1:1 im Hinspiel an einen kleinen Vorteil. Gavranovic: «Wir haben in Bern ein positives Resultat geholt und ein Tor erzielt. YB muss bei uns nun mindestens ein Tor schiessen!» ­Hajrovic sagt: «Wir hatten Mühe mit dem Plastik in Bern, freuen uns alle auf den Naturrasen.»

Es geht um unglaublich viel Geld, übrigens auch für die Spieler, die um die 50 000 Franken Prämie einstreichen dürften, sollte YB die Königsklasse schaffen.