Teleclub statt SRF, Studio Volketswil statt Leutschenbach, Pay- statt Free-TV. Willkommen in der neuen Schweizer TV-Realität. Wer gestern Abend YB beim Einzug in die Champions League zuschauen wollte, der musste zahlen. 7.50 Franken kostete der Match für diejenigen, die kein Abo hatten. Geld, das gut investiert war, wie ein Blick auf die gestrige Teleclub-Berichterstattung zeigt.

Der Gastgeber

Ein ungewohntes Bild: Roman Kilchsperger mit Krawatte. Der 48-Jährige führte souverän durch die Sendung. Nach dem Spiel liess er die YB-Fans im Studio jubelnd eine Ehrenrunde drehen. Dienstag-Spass statt Donnschtig-Jass – Kilchsperger ist der grosse Trumpf bei Teleclub.

Die Gäste

Marcel Reif, Rolf Fringer, Urs Meier, Mladen Petric, Pascal Zuberbühler – Teleclub hat gross angerichtet. Zu gross. Das Aussenstudio war unnötig. Als Kilchsperger das erste Mal nach Olten (warum Olten?) zum Public Viewing schaltete, waren die Tische halb leer. Und dass Teleclub-Moderator Gianni Wyler eine gelbschwarze YB-Brille anzog? Naja!

Der Kommentator

Nicht frech wie Sascha Ruefer, nicht mit Wortwitz wie Beni Thurnheer. Teleclub-Kommentator Beat Signer, Primarlehrer und ehemaliger Trainer des FC Ramsen, war nüchtern unterwegs und fiel kaum auf. Ein Kompliment für einen Kommentator. Die Tonprobleme in der zweiten Halbzeit? Pech.

Die Analyse

«Es nützt nichts, wenn du 50 Tore gegen Xamax und Thun schiesst. Jetzt müsste er liefern.» Das sagte Marcel Reif in der Halbzeitpause über Guillaume Hoarau. Worte, die offenbar in Zagreb ankamen. Nach dem beiden Hoarau-Toren analysierte Reif: «Grosse Spieler entscheiden grosse Spiele.»

Das Fazit

«Wann, wenn nicht jetzt?» Dieser Spruch von John F. Kennedy war laut Teleclub das Motto für YB. Auch der Pay-TV-Sender hat seine Chance genutzt. Und bewiesen, dass nicht nur das SRF gross anrichten kann. Einziger Makel: Zu viele Experten! Oder um es in den Worten von Winston Churchill, einem anderen grossen Politiker, zu sagen: «Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuschauer.»