Borussia Dortmund kassiert Tor um Tor, verliert am Dienstag auch in der Champions League 1:2 ­gegen Tottenham. Klar, dass sich der deutsche Vorzeige-Klub auf dem Transfer-Markt umsieht.

So sitzt Sportdirektor Michael Zorc gestern auf der Tribüne des St. Jakob-Parks. Im Visier hat er neben Stürmer Dimitri Oberlin (20) auch Manuel Akanji (22). Der Nati-Verteidiger hat beim FC Basel einen Vertrag bis 2021, den noch die alte FCB-Führung in weiser Vor­aussicht verlängerte.
Doch nach seinen starken Leistungen in der Nationalmannschaft ist zu erwarten, dass er spätestens im nächsten Sommer für mindestens zehn Millionen Franken wechseln wird.
Gegen Manchester United spielt Akanji wie fast immer in letzter Zeit: stark im Zweikampf, mit Übersicht und Ruhe in der Spielauslösung.

Wicky von Akanjis Entwicklung nicht überrascht

Basel-Trainer Raphael Wicky ist nicht überrascht, dass Akanji in den letzten Monaten duchgestartet ist: «Ich kannte sein grosses Potenzial ja schon als U21-Trainer. Unsere Aufgabe ist es, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er trotzdem immer jeden Tag besser werden muss. Das will er auch selber.»

Kein FCB-Spieler hat in dieser Saison mehr Partien absolviert als Akanji – nicht einmal Torhüter Tomas Vaclik. Der Sohn eines Nigerianers und einer Winterthurerin hat in allen 22 Matches durchgespielt.

Kann der FCB sein Juwel halten? Wicky zuckt mit den Schultern: «Das müssen Sie Sportchef Marco Streller fragen. Aber wenn Manuels Entwicklung so weitergeht, dann werden Vereine auf ihn zukommen. Es ist dann die Frage: Bleibt man noch ein Jahr, oder fühlt man sich schon bereit für den Schritt ins Ausland.»Akanji hat gestern Abend im St. Jakob-Park die Antwort wohl selber gegeben: Wer gegen Superstars wie Lukaku, Pogba und zum Schluss auch gegen Zlatan Ibrahimovic derart ab­geklärt auftritt, der ist bereit für den nächsten Schritt.