BLICK-Chefredaktor Sport Felix Bingesser.

Tolle Choreografien, ein FCZ mit Herz und Leidenschaft, ein wunderbarer Cupfinal. Ludovic Magnin, der mit seinen Emotionen und seinem Sprint über den Platz eine ansteckende Begeisterung und Freude vermittelt. «Das ist die Magie des Fussballs», sagt Magnin hinterher.

Aber dann gibt es halt auch dies: Feige vermummte Chaoten. Verantwortungsloses Gesindel, das unter dem Deckmantel «Fankultur» pubertäre Desperado-Träume auslebt.

Menschen, die sich auch in den letzten Wochen Strassenschlachten geliefert, sich gegenseitig die Köpfe eingeschlagen und fremdes Eigentum zerstört haben. Die, aufgeputscht mit Drogen, immer wieder das Gefühl haben, es sei ein Stück Freiheit, wenn sie ihre eigenen Gesetze machen.

Sich vermummen, zuschlagen, zerstören, gefährliche Pyros zünden und sich dann feige aus dem Staub machen. Sich auf Kosten des Fussballs schnell einen Adrenalinschub holen. Das ist kein Stück Freiheit, das ist und bleibt erbärmliches Verhalten, das dem Fussball schwer schadet.

Dass sich jetzt die FCZ-Spieler Adrian Winter (31) und Mirlind Kryeziu (21) schwarze Masken überstülpen und bei der Cupsieger-Feier auf dem Balkon 1000 Grad heisse Fakeln schwenken, macht sprachlos. Ein verwirrter Jungprofi und ein Routinier beteiligen sich an diesem Schwachsinn.

Dümmer gehts nimmer! Denn die Botschaft an die kleine Gruppe der Chaoten ist so simpel wie fatal: Wir finden cool und gut, was ihr macht! Weiter so!

Wenn man die Gesellschaft schüttelt, bleibt immer ein ­Bodensatz. Dass sich darin jetzt auch gestandene Fussballprofis tummeln, ist tragisch. Die Bussen sollten happig sein und im Verhältnis stehen zu ­ihren Direktoren-Gehältern. Oder mindestens so hoch sein wie die Cupsieger-Prämie.