Blamage in Graz! Und die betrifft nicht das Resultat. Die 0:2-Niederlage des Teams von Ex-FCB-Trainer Heiko Vogel (42) gegen die Zyprioten von Larnaka rückt in den Hintergrund. Eine einzige Person macht den Europa-League-Abend in Österreich zum Schlamassel.

Was ist passiert? Die ORF-Kamera fängt alles ein: Es läuft die 78. Minute, als ein gefüllter Becher von der Tribüne aus Richtung Linienrichter fliegt, diesen mit voller Wucht am Kopf trifft. Blutüberströmt geht der Offizielle zu Boden.

Nach der ärztlichen Behandlung auf dem Rasen bittet Schiedsrichter Al Hakim (Sd) die beiden Teams erst Mal in die Kabine, ein 40-minütiger Unterbruch folgt. Mit dem vierten Offiziellen als Linienrichter-Ersatz werden die restlichen Spielminuten dann zu Ende gespielt, Tore fallen keine mehr.

Der Steiermarker Klub reagiert umgehend: «Es tut uns leid, dass wir heute viele Fussballfans enttäuscht haben. Wir versuchen immer Fussball als ein positives Fest zu sehen und genau gegen diese Dinge vorzugehen.»

Flucht auf Kamera eingefangen

Dem Täter wird wohl schnell klar, was er angerichtet hat: Schnurstracks flüchtet er in den Innenbereich des Stadions. Der ORF-Regisseur folgt dem Übeltäter mit der Kamera. Über die Bildschirme flimmert gerade noch, wie ein Zuschauer mit dem Finger auf den Flüchtenden zeigt. Dann ist er verschwunden.

Gemäss Angaben des Vereins sei der Täter gefasst. Mögliche Strafmassnahmen würden geprüft. Dennoch: Der Grazer Sportdirektor Günter Kreissl ist verzweifelt: «Das ist ein nicht bezifferbarer Imageschaden für uns.» Auch finanziell steht ein Schaden bevor: Diverse Medien berichten von einer heftigen Strafe, die den Klub treffen dürfte. (str)