Nein, die Fetzen sind nach der Peinlich-Pleite gegen Limassol nicht geflogen. Ganz im Gegenteil. «Es war unheimlich still in der Kabine», sagt FCB-Vizecaptain Fabian Frei.

Ein Umstand, den sein Trainer Marcel Koller gerne geändert hätte: «Es wäre wichtig, dass auch mal einer sauer ist und eine Flasche in die Ecke knallt.» Grund genug hätten die Basler gehabt, alarmierend schwach, wie der Schweizer Vizemeister gegen die Zyprioten agiert. Zum ersten Mal seit 17 (!) Jahren scheitern die Basler in der Quali und spielen im Herbst nicht europäisch. Koller genervt: «Wir waren naiv, haben zu lieb und zu brav Fussball gespielt».

Hochverdientes Ausscheiden

Apollon Limassol hingegen zeigt von der ersten Sekunde an die nötige Leidenschaft, Basel ist hinten anfällig und vorne alarmierend schwach. Kurzum: Das Aus ist hochverdient.

Die Noten der Basel-Spieler gegen Limassol: Martin Hansen, Note 4: Entschärft in der ersten Hälfte eine Top-Chance, kann beim Gegentor nichts machen. Der beste Basler.   (Andy Mueller/freshfocus)
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Silvan Widmer, Note 3: Von einem langjährigen Serie-A-Stammspieler kann man mehr erwarten. Weit von seinem Vorgänger Michael Lang entfernt.   (KEY)
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Eray Cömert, Note 3: Die FCB-Abwehr schwimmt einige Male gewaltig. Mittendrin: Der 20-Jährige.   (Andy Mueller/freshfocus)
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Eder Balanta, Note 3: Noch der beste Verteidiger in einer schwachen Abwehrreihe. Trotzdem ungenügend.   (KEY)
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Raoul Petretta, Note 2: Vor einem Jahr legt er beim 1:0-Sieg gegen ManUtd den Siegtreffer auf, jetzt nur noch ein Schatten früherer Tage.   (Andy Mueller/freshfocus)
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Serey Die, Note 2: Verliert einige Male den Ball und leitet Konterchancen des Gegners ein. Auch im Abschluss schwach.   (KEY)
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Fabian Frei, Note 3: Führt die Mannschaft nach dem Spiel zu den FCB-Anhängern. Eine, seiner wenigen guten Aktionen.   (KEY)
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Noah Okafor, Note 3: Noch der beste FCB-Feldspieler, bringt aber in der Offensive trotzdem wenig zustande.   (Andy Mueller/freshfocus)
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Luca Zuffi, Note 3: Wenns dem FCB läuft, läufts auch ihm. Wenns nicht läuft, läuft das Spiel an ihm vorbei.   (KEY)
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Samuele Campo, Note 2: Spielt für einmal nicht im Zentrum sondern auf dem Flügel. Enttäuscht dort und wird zur Pause erlöst.  
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Ricky van Wolfswinkel, Note 3: Guter Freistoss in der zweiten Halbzeit, ansonsten kommt nicht viel vom Holländer.   (KEY)
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Albian Ajeti, Note 2: Kassiert kurz nach seiner Einwechslung wegen Unsportlichkeit Gelb. Eine seiner wenigen Aktionen. Schwach.   (KEY)
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Einzelne Spieler will der Trainer aber nicht kritisieren. «Jetzt muss jeder vor seiner eigenen Haustür wischen und nicht nach Anschuldigungen oder Ausreden suchen. Wir sind selber schuld am Ausscheiden. Wenn jeder für sich das verarbeitet hat, können wir wieder gemeinsam an einem Strick ziehen.»

Gegen Thun heissts: Verlieren verboten!

Was das Aus für den FC Basel bedeutet? Für Koller «schwierig zu sagen». Finanziell setzt der FCB rund zehn Millionen Franken in den Sand, sportlich gesehen ist das Kader zu gross und zu teuer, um nur in der Super League zu spielen.

Dort gehts schon am Sonntag weiter. Der Gegner: Thun. Verlieren die Basler auch dort, dann dürfte eventuell sogar eine Wasserflasche durch die Kabine fliegen.