Luka Modric, dieser schmächtige, kleine Kerl, wirkt im Vergleich zu Muskelprotz Cristiano Ronaldo wie aus einem anderen Film.

Hier der zentrale Mittelfeldspieler mit dem feinen Fuss, der Räume erkennt, die sonst keiner sieht. Dessen Pässe fast immer einen Abnehmer finden. Der regelmässig mehr Kilometer abspult als seine Teamkollegen. Der Spieler mit den meisten Balleroberungen an dieser Weltmeisterschaft.

Dort die Tormaschine aus Portugal, die eine ganze Defensive mit einem Sprint in Grund und Boden rennt. Der für Real in dieser Saison in 44 Spielen 44 Tore schoss, eines schöner als das andere. Der fünffache Weltfussballer, der vierfache Champions-League-Gewinner mit Real Madrid.

Nur: Auch Modric hat mit den Königlichen viermal die Königsklasse gewonnen. Ohne den genialen Kroaten hätte das weisse Ballett kaum Jahr für Jahr bis zum Ende getanzt. Ohne Modric, ohne Casemiro, ohne Toni Kroos wäre auch Cristiano Ronaldo nur halb so viel wert. Was nützt die grösste Tormaschine der Welt, wenn im zentralen Mittelfeld alles auseinanderfällt?

Und doch spricht einiges dafür, dass Ronaldo zum sechsten Mal Weltfussballer wird. Zu gross ist die Macht der Tore, zu beeindruckend seine Muskeln.

Gerecht ist das nicht. Luka Modric, dieser schmächtige, kleine Typ, hätte die Auszeichnung in diesem Jahr ebenso verdient. Auch wenn er 42 Tore weniger geschossen hat als Ronaldo.