Es war im Jahr 2000, als er Real Madrids galaktische Ära eingeläutet hatte und Superstars wie Zidane, Beckham, Figo, Ronaldo und Owen in die spanische Hauptstadt lotste. Millionen von Fussballfans aus aller Welt pilgerten ins Santiago Bernabeu. Dank ihm. Dank Florentino Perez.

Neun Jahre später – mit seiner zweiten Amtsperiode als Boss der Königlichen – nahm sich der Bauunternehmer vor, Real auf den europäischen Olymp zu führen. Mit Erfolg. Real gewann seit 2014 viermal die Champions League. Mit seinen 71 Jahren blickt Perez langsam, aber sicher einer Zukunft abseits des Präsidentenstuhls entgegen. Wer könnte den Spanier, dessen Vermögen auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt, beim Weltklub beerben?

Etwa Tennis-Star Rafael Nadal? Die Weltnummer 1 ist euphorischer Anhänger Real Madrids. Nicht selten gibt sich der Mallorquiner im madrilenischen Fussballtempel die Ehre, um seinen Herzensverein von der Loge aus anzufeuern. «Jeder weiss, dass Fussball meine Leidenschaft ist und Real Madrid mein Team», sagte Rafa einst der «Marca».

Frühestens im Jahr 2031

Für Perez wäre Nadal ein exzellenter Präsidentenkandidat: «Er ist einer der besten Botschafter Real Madrids. Rafa wäre eine grossartige Wahl für die Präsidentschaft», so Perez gegenüber «El Confidencial».

Und wie es scheint, kann sich Nadal sehr wohl vorstellen, den Giganten-Klub zu führen: «Wenn Sie mich fragen, würde ich es natürlich mögen, Präsident zu sein.» Doch überstürzen will der 17-fache Grand-Slam-Sieger nichts: «Jetzt darüber zu sprechen ist utopisch. Ich würde gerne Real Madrid präsidieren. Aber der Klub hat einen grossartigen Boss und es nicht etwas, worüber ich heute nachdenken kann. Es läuft uns im Moment gut und ich glaube nicht, dass Real Madrid mich braucht. Aber man weiss nie, was in der Zukunft passiert.»

Zeitnah ist ein Real-Engagement des Muskelmanns aber sowieso nicht möglich. Erstens weil Nadal noch nicht vor hat, das Tennis-Racket an den Nagel zu hängen. Und zweitens weil man gemäss Vereinsstatut erst als Patron kandidieren darf, nachdem man 20 Jahre Ehrenmitglied war. Nadal gehört seit März 2011 dazu. Vor 2031 wird er also nicht der starke Mann im Bernabeu.

Und wer weiss: Vielleicht wählt auch Roger Federer (37) diesen Weg – und nimmt in Zukunft die Zügel des FC Basel in die Hand … (sag)