Deutschland – Frankreich 0:0

Bei unseren nördlichen Nachbarn ist nach dem blamablen WM-Aus wochenlang die Hölle los, Spielmacher Mesut Özil wirft der Verbandsspitze Rassismus vor und tritt zurück, der «Spiegel» berichtet von Gräben zwischen deutschen Spielern (Kartoffeln) und jenen mit Migrationshintergrund (Kanaken).

Vor dem Anpfiff gegen Weltmeister Frankreich ist davon nicht viel zu spüren, ganz im Gegenteil. Publikumswirksam präsentieren die Fans ein überdimensionales Herz. Botschaft: Wir stehen zusammen. Auch auf dem Platz zeigt die Elf von Jogi Löw viel Herz, steht hinten stabil und lässt gegen die individuell top besetzte Equipe Tricolore nicht viel zu. Das Spiel ist geprägt von harten Duellen. Die DFB-Elf von Jogi Löw startet in der 4er-Abwehr gleich mit vier Innenverteidigern. Dementsprechend konsequent gehen die Deutschen in die Zweikämpfe. Allen voran Frankreichs Verteidiger Pavard bekommt die deutsche Härte zu spüren. Der Abwehrchef vom VFB Stuttgart zieht sich, nach einer unglücklichen Aktion von Rüdiger, üble Kratzspuren am Hals zu (Video oben). Der Chelsea-Verteidiger rutscht auf dem nassen Rasen weg und erwischt Pavard unglücklich. Deutschlands Kimmich, der auf der ungewohnten 6er-Position zum Einsatz kommt, wird von Giroud umgeholzt.

Rüdiger verpasst Pavard drei üble Kratzer.  ((imago))

Einzig PSG-Superstar Kylian Mbappé bringt Spielwitz rein, überragend, wie der 19-Jährige den Ball streichelt. Fast immer, wenn Frankreichs Nummer 10 am Ball ist, werden die 64'485 Zuschauer für ihr Eintrittsgeld entschädigt.

Ansonsten ist auf dem Feld aber nicht viel los, Deutschland ist nach dem katastrophalen Abwehrverhalten an der WM in erster Linie darauf bedacht, hinten zuzumachen. Und vorne? Da scheitern Reus, Hummels, Müller und Co. gegen Ende der Partie zig Mal am überragenden Franzosen-Goalie Areola.

Kurzum: Die Deutschen zeigen im strömenden Regen von München Herz. Auf und neben dem Platz. (skr)

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