Es ist ein begeisternder Auftritt, ein Frust-Abbau nach dem ärgerlichen WM-Aus. Und auch der Beweis, dass junge Spieler bereit sind, um nun nachgezogen zu werden. Es ist emotional jener Auftritt, den man sich an der WM gegen Schweden gewünscht hätte.

Besonders spürbar ist es, dass Xherdan Shaqiri als Regisseur dem Schweizer Spiel viel mehr Impulse geben kann. Die Zusammensetzung des Kaders stimmt, da ist Vladimir Petkovic auf dem richtigen Weg.

Doch nur «30 Prozent» betrage die Arbeit der Nati-Trainer auf dem Spielfeld, sagte Ex-Spieler Stéphane Henchoz. Und bei den restlichen 70 Prozent – gerade in der Kommunikation – hat Petkovic weiter Luft nach oben.

Eine Woche lang kommuniziert der Trainer nach aussen nicht, dass er seinen Captain auf die Tribüne setzt. Am Samstag Morgen ist auf der offiziellen Mannschaftsliste der Uefa zu entnehmen, dass Lichtsteiner nicht mal im Aufgebot steht.

Stephan Lichtsteiner (Mitte) muss das Spiel gegen Island von der Tribüne aus verfolgen.  (TOTO MARTI)

Seinen Captain nicht mal auf die Bank zu nehmen – das ist kein Alltags-Vorgang, man sollte ihn im Vornherein erklären. Ein paar Sätze im Vorfeld des Spiels hätten genügt, es wäre ja alles erklärbar gewesen. Dass man jungen Spielern wie Kevin Mbabu eine Chance geben will. Dass man mit Lichtsteiner abgesprochen hat, dass er am Samstag eine Pause bekommt.

Möglich, dass der Arsenal-Star am Dienstag wieder spielt. Und so oder so: Nach einem 6:0-Sieg lässt sich die Personalie entspannter angehen.