Über den sportlichen Wert von Xherdan Shaqiri in der Nationalmannschaft der Zukunft gibt es keine Zweifel. Er hat die Qualitäten, um als Nummer 10 hinter den Spitzen das Schweizer Offensivspiel zu lenken. Die Hoffnung ist gross, dass er auf dieser Posi­tion mehr und regelmässiger Einfluss aufs Spiel nimmt.

Dass er abseits des Platzes mit einer flapsigen Formulierung wieder eine neue Bau­stelle eröffnet, ist bedauerlich. «Wenn jemand in den Bergen das Spiel geschaut und ihn der Doppeladler-Jubel gestört hat, dann würde ich mich entschuldigen», sagt er. Es zeigt, dass er neben dem Spielfeld noch längst nicht zu einer Führungsfigur gewachsen ist. Es sind nicht Hinterwäldler, die sich vor den Kopf gestossen fühlten. Sondern ganz viele Menschen in diesem Land, die zwei Sätze des aufrichtigen Bedauerns erwartet haben. Und nicht im Konjunktiv und mit einem Seitenhieb gegen die Bergbevölkerung.

Dass die überforderte Kommunikationsabteilung des Verbandes in den letzten Monaten komplett versagt hat, ist erkannt. Mittlerweile hat man für viel Geld eine externe Beratungsagentur mit der Aufgabe betraut. Aber auch die konnte den neuerlichen Ausrutscher nicht verhindern. Es gibt weiter viel zu tun. Gerade die explodierenden Gehälter der letzten Jahre wiegen die Jungmillionäre in kurzen Hosen in einem einzigartigen und abgehobenen Gefühl der Unantastbarkeit. Die neue zu bestimmende Führungscrew wird auch im pädagogischen Bereich gefordert sein.

Xherdan Shaqiri, Yann Sommer, Johan Djourou, Nati-Delegierter Claudio Sulser, Trainer Vladimir Petkovic, Stephan Lichtsteiner und Granit Xhaka an der Pressekonferenz in Feusisberg.   (Toto Marti)
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Eine grosse Aussprache zwischen den Medien und der Nationalmannschaft.   (Toto Marti)
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Das Ziel: Transparenz und Offenheit zu schaffen.   (Toto Marti)
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Und erstmals entschuldigen sich die Spieler offen für den Doppeladler.   (Toto Marti)
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Granit Xhaka (h.) sagt: «Ich wäre blöd, wenn ich das nochmals machen würde» und …   (Toto Marti)
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… «Es wird nicht mehr passieren.»  
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Auch Lichtsteiner äussert sich zur Doppeladler-Affäre.   (Toto Marti)
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Der Captain, bei Arsenal unter Vertrag, sagt: «Ich möchte mich entschuldigen, ich möchte niemandem auf die Füsse treten.»   (Toto Marti)
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Und was sagt Shaqiri?   (Toto Marti)
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«Klar entschuldige ich mich, falls sich Leute angegriffen fühlten, die das Spiel in den Bergen schauten», so der Liverpool-Spieler.   (Toto Marti)
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Das ganze Team ist vor Ort.   (Toto Marti)
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Mbabu (2.v.r.) und Zakaria (3.v.r.) hören gespannt zu.   (Toto Marti)
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Es gibt aber auch Zeit für Spässchen.   (Toto Marti)
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Die Nati um Trainer Petkovic stellt sich abermals den Ereignissen der WM.   (Toto Marti)
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Das Ziel vor Augen: die EM 2020.   (Toto Marti)
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Man muss dann dem einen oder anderen wieder vor Augen führen, dass die Millionen­saläre nicht vom Tribünendach in Liverpool fallen und auch nicht im Garten des Hauses des Schweizer Fussballs wachsen. Sondern dass es die Fans sind, die diese Millionensaläre finanzieren. Mit ihren Eintrittsgeldern, mit ihren TV-Gebühren, mit ihrem Konsumverhalten. Diese Fans kommen auch aus den Bergen.

Es ist also nicht sehr geschickt, die Hand zu beissen, die einen füttert. Ein Nationalspieler braucht Format. Auf und neben dem Platz. Das kann man auch lernen.

Die Nati-Bilder des Montag-Trainings in Freienbach.   (Toto Marti | Blicksport)
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Erstmals dabei: Kevin Mbabu (hinten) und Albian Ajeti (vorne).   (Toto Marti | Blicksport)
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Lächelt: Kevin Mbabu im Kreis der Nati.   (Toto Marti | Blicksport)
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Kann der YB-Star den Überzieher bald abstreifen und steht erstmals für die A-Nati im Einsatz?   (Toto Marti | Blicksport)
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Steven Zuber gibt Vollgas.   (Toto Marti | Blicksport)
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Xherdan Shaqiri (l.) und Admir Mehmedi, der die WM verpasste.   (Toto Marti | Blicksport)
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Trainer Vladimir Petkovic umarmt den Rückkehrer.   (Toto Marti | Blicksport)
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Auch Innenverteidiger Johan Djourou (r.) ist wieder dabei.   (Toto Marti | Blicksport)
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Ob Yann Sommer hier bereits auf das Island-Spiel (8.9.) blickt?   (Toto Marti | Blicksport)
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Arsenals Granit Xhaka (l.) hört Petkovic zu.   (Toto Marti | Blicksport)
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Routinier Stephan Lichtsteiner (34, r.) ist offensichtlich fröhlich eingerückt.   (Toto Marti | Blicksport)
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