Acht Minuten braucht Albian Ajeti beim Länderspiel-Debüt für sein erstes Tor. Beim 6:0 gegen Island macht er den zweitletzten Treffer. «Dein erstes Tor vergisst du nie», sagt er am Tag danach zu BLICK. Geschlafen hat er wenig: «Ich bin immer noch voller Emotionen. Und ich habe bis morgens um drei oder vier Gratulations-Nachrichten beantwortet. Ich habe noch nicht alle geschafft.»

Mensch Ajeti – wie tickt der neue Nati-Star vom FC Basel? Geboren in Basel, 21 Jahre alt, seit dem 8. Jahr FCB-Junior, mit 17 Treffern vergangene Saison Torschützenkönig der Super League, Schweiz-Kosovare - so weit die Fakten.

«Bereits früh dachten wir nur an Fussball», sagt er. Seine Brüder Arlind (24, zuletzt bei Crotone), und Zwilling Adonis (21, bei Chiasso) sind Fussballprofis. «Unser Vater sagt, wir hätten das Talent von ihm. Aber ich glaube es nicht, denn er war Goalie. Höchste Liga in Ex-Jugoslawien, aber den Klub weiss ich nicht», sagt Ajeti schmunzelnd.

Papa Afrim hat alle Söhne auf einen Namen getauft, der mit A beginnt. Die Söhne führen diese Tradition weiter: Andion heisst der Sohn von Arlind Ajeti.

«Am speziellsten ist für mich die Bindung zu meinem Zwillingsbruder Adonis. Man ist sich nah, hört sich täglich», erzählt Albian Ajeti. Vor knapp sechs Jahren haben die beiden ein Angebot für die U16 des FC Barcelona, nachdem sie im Probetraining überzeugt hatten. «Aber wenn du ein Zwilling bist, musst du für einen solchen Schritt gleicher Meinung sein. Das waren wir nicht.» Albian hätte den Schritt nach Katalonien gewagt, Adonis nicht. So bleiben die zweieiigen Zwillinge beim FCB.

Ajeti in der Nations League gegen Island.  (Toto Marti)

Später trennen sich die Wege. Albian versucht sich bei Augsburg durchzusetzen – und scheitert. «Es war trotzdem eine lehrreiche Zeit, ich habe mich körperlich und mental weiterentwickelt.» Adonis spielt in Wil, ist bei St. Gallen unter Vertrag und nun an Chiasso ausgeliehen.

Und der grosse Bruder Arlind spielt für Albanien. Auch um Albian werben die Albaner. Er sagt: «Für mich war es aber nie ein grosses Thema. Zur Schweizer Nati wollte ich immer, schon 2011.»

Es ist beim Spiel in St. Jakob-Park der Nati gegen Bulgarien. Nach 0:1-Rückstand schiesst Xherdan Shaqiri drei Tore. «Ich war der Ballbub von Shaq, stand zwischen den Ersatzbänken und wusste: Da will ich auch mal hin.»

Nun ist er mittendrin. Und kann sich vielleicht schon am Dienstag gegen England wieder zeigen.