BLICK-Kolumnist Kubilay Türkyilmaz.

Albian Ajeti ist für mich die Sturmzukunft der Nati. Er hat mir schon in St. Gallen sehr gut gefallen. Nun hat er sich in Basel entscheidend weiterentwickelt.

Was hat er, das ihn einst über Seferovic, Gavranovic, Drmic und Derdiyok stellen wird?

Erstens: eine schnelle Auffassungsgabe. Er riecht die Aktionen. Er kann antizipieren. Ohne diese ist ein Stürmer nichts.

Zweitens ist er schnell auf den ersten zehn Metern. Das ist im heutigen Überschall-Fussball lebenswichtig. Und drittens kontrolliert und deckt er den Ball gut ab.

Viertens, aber das ist eine Frage des Systems und nicht der persönlichen Stärken, passt Ajeti am besten ins neue Offensivschema von Vladimir Petkovic mit Xherdan Shaqiri als Nummer zehn. Da kommt extrem viel von den Flügeln, auch dank Neuling Kevin Mbabu. Da wird Wert gelegt auf Ballbesitz. Und da kommen sehr viele Bälle in einen gut besetzten Strafraum. Das alles kommt Ajeti zugute. Der FC Basel spielt nicht so. Darunter leidet er im Klub.

Aus all diesen Gründen ist er für mich der Stürmer der Zukunft in der Nati. Einer, der dem Anspruch wird gerecht werden müssen, in jedem zweiten Spiel ein Tor zu machen. Dereinst. Jetzt ist es noch zu früh dafür. Er muss sich zuerst integrieren und seinen Platz verdienen.

Dies in einer Nationalmannschaft, die sich als echtes Team präsentiert hat. Wir haben keine Fuoriclasse, keine Weltklassespieler im Team. Aber viele sehr gute Fussballer, die nur als Kollektiv funktionieren. Und die zudem gereizt und hässig waren nach all der Kritik nach der WM. Den Status des angeschossenen Tieres mögen die Leute aus dem Balkan-Grossraum. Dazu zähle ich auch die Türkei. Weshalb ich genau weiss, wovon ich spreche.