Sie sind beliebt, sie überraschen öfters, sie sind sympathisch: die Isländer. Der Gegner der Schweiz in der Nations League am Samstag hat sich in den vergangenen Jahren in die Herzen der neutralen Zuschauer gespielt. An der EM 2016 beispielsweise, als Island in Frankreich spektakulär England aus dem Turnier kickte und in den Viertelfinal gekommen ist – oder an der diesjährigen WM, als Island den Argentiniern ein 1:1 abluchste.

Aber auch neben dem Platz überzeugen die Nordländer. Mit Herz und mit Solidarität. Der isländische Fussballverband und der isländische Staatspräsident Gudni Johannesson unterstützen eine Kampagne für an Parkinson erkrankte Menschen (Projekt «Sons of Solidarity»). In einem Testspiel im Juni gegen Ghana lief dafür das ganze Team der Isländer mit dem Namen Parkinson auf dem Rücken auf. Hintergrund: Island hat die zweithöchste Sterberate durch die Nervenkrankheit weltweit.

Die Profikicker agieren für das Projekt als Botschafter. Dem Nationalteam gelte «ein besonderer Dank, da es seine weltweite Popularität einsetzt, um diese gute Sache exklusiv zu unterstützen», wird Erna Gudmundsdottir vom isländischen Parkinson-Verband auf «Horizont» zitiert. Die Spendengelder, die die Kampagne einbringt, fliessen in ein Betreuungs-Zentrum für Parkinson-Patienten in Island. (mam)