BLICK: Albert Bunjaku, wie war es an der Olma?
Albert Bunjaku: Die Mannschaft ist nicht gegangen. Ich persönlich hätte das auch nicht gewollt.

Aus Angst vor den Reaktionen?
Nein. Aber die Olma ist dafür da, um es lustig zu haben. Momentan habe ich nichts zu feiern. Die Leute wären kein Problem. Ich verstehe die Fans, dass sie unzufrieden sind.

Warum kommt der FCSG einfach nicht aus der Krise?
Eigentlich war nur das Spiel gegen Vaduz das Problem. Zuvor hatten wir Höhen und Tiefen. Gegen Thun haben wir gut gespielt und gewonnen. Gegen Basel stimmte nur das Resultat nicht. In Bern haben wir Moral bewiesen und in der Nachspielzeit den Ausgleich gemacht. Es war zu spüren, dass es aufwärts geht.

Dann mal wieder dieses Vaduz.
Ich konnte danach fast die ganze Nacht nicht schlafen, weil es nicht sein kann, dass wir nach einer solch guten Trainingswoche ein solches Spiel abliefern.

Haben Sie das auch intern angesprochen?
Am Montag hat sich die Mannschaft hinter verschlossenen Türen ohne Trainer getroffen und wir haben Sachen direkt angesprochen. Auch ich habe meine Meinung geäussert. Ich will da auch vorangehen.

Hat sich das Team erstmals ohne Trainer getroffen?
Nein, das ist nicht aussergewöhnlich. Aber erstmals wurden auch mal richtig laut Dinge angesprochen. Jetzt wollen wir es gemeinsam besser machen.

Die Wände haben gewackelt?
Natürlich, das gehört dazu. Man muss die Dinge klar ansprechen. Wichtig ist, dass die Spieler Kritik akzeptieren und niemand beleidigt ist. Es geht ums Sportliche, es ist nie persönlich gemeint. Es geht um den Erfolg der Mannschaft.

Was ergab die Sitzung?
Dass jeder bei 100 Prozent sein muss. Wenn drei, vier Spieler nicht auf ihrem Level spielen, wird es in dieser engen Liga einfach schwierig. Wir haben gezeigt, dass wir es besser können. Vaduz war ein Aussetzer.

Für viele Fans ist Trainer Zinnbauer der Schuldige.
Der Trainer stellt uns gut auf die Spiele ein. Es sind wir Spieler, die es auf dem Platz umsetzen müssen. Wir müssen liefern.

Woran liegt es denn?
Die Trainings sind super, dort setzen wir die Vorgaben gut um. Jetzt müssen wir es auch in den Spielen umsetzen. Vom Training kann man sich nichts kaufen.

Wie ist die Stimmung im Team?
Gut. Ich hoffe, dass jetzt alle das Vaduz-Spiel verarbeitet haben. Wir müssen einen Tunnelblick aufs Luzern-Spiel entwickeln und eine Reaktion zeigen.

Jetzt kommt es in Luzern zu einem Krisen-Gipfel!
Das wird nicht einfach. Luzern ist fast in der gleichen Situation wie wir. Wir müssen noch enger zusammenrücken und uns als Mannschaft helfen. Dann werden wir wieder Punkte holen. Wir gehören nicht auf Platz 9!